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Trollinger-Marathon in Heilbronn

Den Wetterkapriolen getrotzt: Handwerker beim Trollinger-Marathon in Heilbronn

Musiker können mit ihren Instrumenten wunderbare Kapriolen schlagen. Das Phänomen der "launischen Einfälle" gibt es nicht nur in der Musik, sondern auch beim Wetter. Zu beobachten am Sonntag, 11. Mai, in Heilbronn. Warmer Sonnenschein, ein wolkenverhangener Himmel, Regenschauer und stürmische Winde. An nichts fehlte es. Wer trotz dieser Wetterkapriolen sportliche Höchstleistungen vollbringen konnte, wurde belohnt. Mit einer Klarinette.
Sportliche Handwerker: Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (links) und Kammerpräsident Ulrich Bopp (rechts) gratulierten den Siegerinnen und Siegern der Internationalen Handwerksmeisterschaften (Foto: Schaffert).
Sportliche Handwerker: Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (links) und Kammerpräsident Ulrich Bopp (rechts) gratulierten den Siegerinnen und Siegern der Internationalen Handwerksmeisterschaften (Foto: Schaffert).
Am Wochenende fanden in Heilbronn beim Trollinger-Marathon und Halbmarathon die Internationalen Handwerksmeisterschaften statt. Bei der Sonderwertung der Handwerkskammer Heilbronn-Franken traten 368 Handwerker sowie Mitarbeiter von Betrieben und Handwerksorganisationen an. Die Pokale der Handwerksmeisterschaften werden von Handwerkern entworfen und angefertigt. Bei der 14. Auflage hat Holzblasinstrumentenmacher Norbert Sept aus Nordhausen diese Aufgabe übernommen. Und sich für eine stilisierte Klarinette aus Buchenholz entschieden.

Sieger bei den Männern

Metzgermeister Jochen Schäfer aus Bissingen durfte als erster eine Klarinette in Empfang nehmen. Er bewältigte die Marathon-Strecke in 2:49:29 Stunden. Zweiter wurde Kfz-Mechaniker Jonny Kuscher aus Leipzig mit einer Zeit von 2:51:31 Stunden. Als Dritter kam Zimmerer Petru Montenasu ins Ziel. Der Schwaigerner benötigte 3:09:15 Stunden. Beim Halbmarathon belegte Schreiner Kay-Uwe Müller aus Ilshofen den ersten Platz. Seine Zeit: 1:12:43. Mit diesem herausragenden Ergebnis wurde er in der Gesamtwertung Zweiter. In den Vorjahren war er bei den Marathon-Männern angetreten und wurde bei den Handwerksmeisterschaften bereits vier Mal Erster. Maler und Lackierer Jens Laudage war aus Neustadt an der Weinstraße angereist und belegte mit einer Zeit von 1:18:03 Platz zwei. Er hat vor vielen Jahren aus gesundheitlichen Gründen mit dem Laufen angefangen. "Meine ersten Kilometer habe ich mit einem Gewicht von 100 kg bewältigt. Heute beträgt mein Wettkampfgewicht 68 kg", sagt der 43-Jährige stolz. Das kommt natürlich nicht von ungefähr. Pro Woche bringt er 120 bis 150 Kilometer hinter sich. Davon profitiere nicht nur er selbst, sondern auch sein Arbeitgeber. "Jeder Chef sollte froh sein, wenn er einen Läufer in seinen Reihen hat. Wir sind fit und durch den hohen Zeitaufwand sehr gut organisiert." Andreas Schöllmann, von Beruf Schilder- und Lichtreklamehersteller, kam nach 1:19:25 Stunden als Dritter ins Ziel.

Schnelle Frauen am Start

Fit sind auch die Frauen im Handwerk. Graveurin Rasa Poszlovszky hat zum fünften Mal die Handwerksmeisterschaften bei den Marathon-Frauen gewonnen. Die Neckarsulmerin lief eine Zeit von 3:51:41 Stunden. Bäckerin Karin Deikert aus Erlangen kam nach 3:55:47 Stunden als Zweite ins Ziel. Den dritten Platz belegte Schneiderin Helga Heiden aus Schwäbisch Hall. Sie benötigte 3:56:43 Stunden. Den Halbmarathon bei den Frauen gewann zum achten Mal Bäckerin Sabine Henzler aus Notzingen. Ihre Zeit: 1:35:54 Stunden. Den zweiten Platz belegte Bäckerin Moni Winter aus Dreieich. Sie kam nach 1:43:03 ins Ziel. Petra Herrmann aus Brackenheim, Mitarbeiterin der Bäckerei Härdtner-Mitterer, belegte mit ihrer Zeit von 1:46:07 den dritten Platz. Die Ergebnisse zeigen: Sport und Handwerk, das ist eine tolle Verbindung. Mit der Sonderwertung macht das Handwerk auf sich und seine Leistungen aufmerksam. Aber nicht nur die Handwerkskammer sorgt beim "Trolli" dafür, dass ihr Wirtschaftszweig Beachtung findet. Auch die Innung Sanitär-Heizung-Klima Heilbronn-Hohenlohe beteiligt sich seit Jahren an der Laufveranstaltung. Entlang der Strecke sowie im Zielbereich installierte sie mobile Duschen, die Abkühlung boten. Da am diesjährigen Trollinger-Marathon auch Muttertag war, hatte sich auch die Dachdecker-Innung Heilbronn-Franken etwas Besonderes einfallen lassen. Sie behaute am Stand der Handwerkskammer Schieferplatten in Herzform und verkaufte diese zugunsten der Heilbronner Stiftung "Große Hilfe für kleine Helden". Ergebnisse und Fotos:

von Guido Schulze
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