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Laufchip

Ein Laufchip ist ein kleiner RFID-Transponder, der beim Überschreiten der Ziellinie dem Erfassungssystem seine Kennnummer mitteilt.

Preiswerte Laufchips werden bei Großveranstaltungen wie Volks- und Marathonläufen, Triathlon- und Inlineveranstaltungen oder Radrennen eingesetzt. Wenn sich die Sportler vor dem Wettkampf registrieren, wird ihnen die ID-Nummer ihres Chips zugeordnet. Dadurch kann eine individuelle Netto- und Brutto-Zeitnahme tausender Sportler während einer Veranstaltung durchgeführt werden.

Der Chip selbst erfasst und verarbeitet keine Daten. Er kontrolliert nicht die Streckenkonformität der Wettkämpfer, wie es mit einem deutlich komplexeren GPS-System möglich wäre.

Geschichte

RFID-Laufchips wurden 1993 von Studenten der Universität Nimwegen entwickelt und erstmals beim dortigen Zevenheuvelenloop getestet. Im folgenden Jahr kamen sie beim Berlin-Marathon zum Einsatz. Aufgrund der Schlichtheit und einer Messgenauigkeit von 99,99 % werden RFID-Systeme zur individuellen Zeiterfassung auch bei kleinen Veranstaltungen eingesetzt. Der Transponder wird einmalig vom Athleten gekauft oder kann für eine Veranstaltung gemietet werden, sofern die Chips vom selben Hersteller stammen.

Anbieter

ChampionChip ist der größte Anbieter von Laufchips und hat seinen Firmensitz in Holland. Winningtime bzw. Racetec nutzt wie ChampionChip RFID-Transponder der Firma Texas Instruments. Weitere Anbieter sind J-Chip von Micro Talk Systems, der DigiChip von DigiTools, race result, ChipX von AMB, IPTAtime und bibchip.

Technik

Der Transponder besteht aus einem Mikrochip und einer Spule. Beim System der Firma Winningtime ist die Resonanzfrequenz des Systems auf 134,2 kHz abgestimmt. Auf derselben Frequenz sendet die Kontaktmatte. Läuft der Sportler in das Wechselfeld der Kontaktmatte, nimmt der Transponder Energie auf. Innerhalb von 30-50 Millisekunden lädt er einen Kondensator, der die Versorgungsspannung für den RFID-Chip liefert. Daraufhin sendet er selbständig ein Signal aus, üblicherweise seine ID-Nummer und Kontrollcodes. Beim Chip von Winningtime werden 128 Bit FSK-kodiert übertragen (Zeit- und Frequenzraster siehe Abbildung). Der Erfassungsvorgang dauert weniger als eine Zehntelsekunde.

Der gewöhnlich am Schuh befestigte Transponder sendet seine ID-Nummer an das Zeitmesssystem. Start-, Ziel- und eine beliebige Anzahl von Zwischenzeiten können registriert und den Sportlern zugeordnet werden. Die Daten sind in Echtzeit für Teilnehmer, die Presse, das Fernsehen und das Internet verfügbar. Bei wichtigen Veranstaltungen werden meist unmittelbar hintereinander liegende Doppelmatten eingesetzt, um eine höhere Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

Vorteile

Der Laufchip ermöglicht eine vollautomatische Zeiterfassung und Auswertung. Die Ergebnislisten können zumindest aus technischer Sicht unmittelbar nach Rennende erstellt werden, menschliche Fehler werden vermieden.

Wenn ein Sportler einen eigenen Transponder besitzt, kann dieser weltweit bei allen Veranstaltungen eingesetzt werden, sofern Laufchips eines Herstellers eingesetzt werden. ChampionChip gilt als internationaler Standard.

Die einzelnen Kontaktmatten sind modular einsetzbar, das heißt, sie können an unterschiedlichen Punkten sowie in verschiedenen Breiten verwendet werden. So werden beim Berlin-Marathon derzeit Systembreiten von bis zu 16 Metern eingesetzt. Auf diese Weise kann eine hohe Anzahl von Sportlern gleichzeitig einen bestimmten Zeitmesspunkt überqueren. Unnötige Wartezeiten im Startbereich oder Verzögerungen bei Kontrollpunkten und im Zielbereich werden vermieden. Aufgrund der gleichmäßigen Anordnung der Antennen und hohen Zuverlässigkeit des Systems ist der Einsatz von Zieleinlaufkanälen im Gegensatz zu anderen Transponder-Systemen nicht notwendig. Auch dadurch werden zeitliche Verzögerungen vermieden.

Nachteile

Hauptfehlerquelle bei der Erfassung der ID ist die Anordnung des Laufchips. Liegt seine Spule senkrecht zur Sendespule der Kontaktmatte oder zu weit entfernt von ihr, wird keine Spannung induziert, der Chip bleibt stumm. Das Problem tritt auf, wenn der Chip nicht am Schuh oder Knöchel, sondern am Körper getragen wird.

Bei sehr engen Entscheidungen an der Ziellinie reicht der Chip nicht aus, um den IAAF-Regeln Genüge zu tun, da der Läufer gewertet wird, der den Schuh weiter vorn platziert hat. Das internationale Regelwerk schreibt jedoch vor, dass derjenige gewinnt, der den Rumpf zuerst im Ziel hat, weswegen der zusätzliche Einsatz von Kampfrichtern und Videoaufzeichnungen weiterhin Standard ist.

Quelle:
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Laufchip aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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