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Achillessehne

Die Achillessehne (Tendo calcaneus oder Tendo Achillis) ist die gemeinsame Endsehne des Wadenmuskels (Musculus gastrocnemius) und Schollenmuskels (Musculus soleus) zur Ferse.

Achillessehne beim Menschen

Die Achillessehne ist die dickste und stärkste Sehne des Menschen. Sie setzt ganz hinten oben auf dem Tuber calcanei des Fersenbeins (Calcaneus) auf der gesamten Breite dieses Knochenvorsprungs an. Dann verläuft sie, etwas dünner werdend, gerade nach oben, hat ihre schmalste Stelle etwa 4 cm über dem Ursprung, um ab dort wieder kontinuierlich breiter zu werden. Die durchschnittliche Länge liegt bei 20-25 cm, wobei an der Vorderseite beinahe bis zum Ansatz Muskelfasern inserieren. Der mittlere Querschnitt liegt bei 80 mm².

Die Achillessehne überträgt die Kraft des Musculus triceps surae, der aus dem Musculus gastrocnemius (zwei Köpfe, entspringt beidseitig am Oberschenkelknochen in der Kniekehle) und dem Musculus soleus (ein Kopf, Ursprung an der Hinterseite der Tibia sowie hinten an Hals und Köpfchen der Fibula). Damit ermöglicht die Achillessehne vor allem die kraftvolle Plantarflexion (Beugung des Fußes in Richtung der Fußsohle), aber auch die Inversion (Supination, Einwärtsdrehung) der Fußes.

Achillessehnenriss

Die Achillessehne ist Belastungen von 60-100 N/mm² gewachsen, das entspricht bei 80 mm² Fläche einer Tragfähigkeit von bis zu 800 kg. Ein Riss der Achillessehne bei plötzlicher Anspannung des M. triceps surae tritt daher meist nur bei Vorschädigung durch Über- und Fehlbelastung ein. Die Sehne erfährt dabei immer wieder kleinere Verletzungen, die die Blutversorgung des Gewebes stören und so zur Degeneration der Festigkeit führen. Diese Veränderungen wirken sich am stärksten in einem Bereich 2-6 cm oberhalb des Ansatzes aus (sogenannte "Achillessehnentaille"), wo die Sehne am schlechtesten versorgt ist, und wo meistens auch der Riss erfolgt. Die Sehne reißt dann plötzlich mit einem lauten, peitschenknallähnlichen Geräusch. Die Plantarflexion ist danach nur noch sehr eingeschränkt möglich.

Prinzipiell kann bei einem Riss konservativ oder operativ vorgegangen werden. Bei jungen, sportlichen Menschen wird normalerweise eher eine operative Versorgung angestrebt, weil dabei einerseits eine sichere Annäherung der beiden Sehnenstümpfe gewährleistet ist und andererseits eine recht hohe Primärstabilität erreicht wird, was wiederum bei der weiteren Behandlung von großem Vorteil ist. Bei älteren Menschen oder Hautproblemen (Krampfadern, "Kortisonhaut") kann durchaus auch ein konservatives Vorgehen gewählt werden. Hierbei sollte nach Möglichkeit mittels Ultraschall kontrolliert werden, ob sich die beiden Rissenden der Sehne bei Plantarflexion im Sprunggelenk annähern.

Die Sehne wird bei beiden Vorgehensweisen üblicherweise für 6 Wochen in einem Unterschenkelgips bzw. in einem speziellen Stiefel ruhiggestellt. Danach beginnt ein graduell abgestuftes Rehabilitationsprogramm. Besonders in der 8. bis 10. Woche ist die Gefahr eines erneuten Risses hoch. Lockeres Lauftraining auf ebenem Untergrund kann üblicherweise nach ca. 4 bis 6 Monaten begonnen werden. Die volle Sportfähigkeit - v.a. für Schnellkraftsportarten - ist erst nach 9 bis 12 Monaten erreicht.

Die geheilte Achillessehne erreicht - wie alle anderen gerissenen Sehnen auch - nie wieder ihre volle Belastungsfähigkeit. Diese liegt bei optimalem Verlauf bei ca. 80 bis 90% der gesunden Sehne. Trotzdem kann im optimalen Fall wieder uneingeschränkt Sport - sogar Leistungssport - betrieben werden.

Achillessehne bei Tieren

Bei den vierfüßigen Säugetieren strahlen weitere Muskeln (Semitendinosus, Biceps femoris, Musculus flexor digitorum pedis superficialis) in die Achillessehne ein, so dass der Sehnenstrang der Ferse der Tiere nicht der Achillessehne des Menschen gleichgesetzt werden kann. Man nennt ihn daher gemeinsamer Fersensehnenstrang (Tendo calcaneus communis). Unter seinem Ansatz liegt ein Schleimbeutel (Bursa subtendinea calcanea), dessen Anschwellung als Eiergalle bezeichnet wird. Auch zwischen Haut und Fersensehnenstrang ist ein Schleimbeutel (Bursa subcutanea calcanea) vorhanden, dessen Schwellung bezeichnet man als Piephacke.

Historischer Ursprung des Namens

Die Namensgebung der Achillessehne, die bei starker Belastung zerreißen kann, ist in Anlehnung an die Sage von Achilles entstanden, einem Held der griechischen Mythologie. Dieser galt als unverwundbar, da er als Kind in den Fluss Styx getaucht worden war. Nur an der Ferse, an der ihn seine Mutter bei dieser Aktion hielt, blieb er verwundbar. Ein Pfeil des Paris in diese Ferse tötete ihn.


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