Mit Doppel BUFF Strategie am Start …

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Dieses Thema enthält 2 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  eisbaer0270 20. November 2016 um 21:34 Uhr.

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    Mitglied seit: 01.08.2005
    Beiträge: 578

    … war ich am Sonntag bei meinem 2. Quickborn Run.

    Um kurz vor 7 ging schon der Wecker. Grusel!!! :twisted: Um 8:15 Uhr wollte meine nicht laufende, aber sympathisierende Nachbarin/Freundin mich mit dem Auto abholen. Da blieb nicht viel Zeit für ein Power Frühstück. 2 Mini-Scheiben Weißbrot mit Schnittkäse sollten es richten. Und als Reiseproviant nahm ich mir noch 1 Fitness-Riegel sowie STILLES Wasser mit (so viel Gesabbel mag ich morgens auch noch nicht haben :lachen: ). Für die Wahl der richtigen Laufklamotten hatte ich am Vorabend das Internet bemüht. Für die Startzeit um 10 Uhr herum war eine Temperatur von -1 bis +1 Grad prognostiziert, gefühlt aber so ca. -5 bis -6. Eisiger Wind!!
    So hatte ich mich ganz klar für lang / lang entschieden, ergänzt von 2 BUFF Schlauchtüchern um den Hals, um Verspannungen vorzubeugen, meiner atmungsaktiven Laufmütze und den dünnen Renn-Handschuhen.
    Vor Ort war wieder alles bestens organisiert, außer der Beschilderung vom Park & Ride Parkplatz zum Sammelplatz. Da irrten meine Nachbarin und ich noch ein Weilchen in der Morgenkälte herum :ratlos: , bis ich Google Maps um Hilfe bat wie denn wohl der Weg zum örtlichen Gymnasium sei. Letztlich trafen wir dann auf Sportlerströme, alle mit dem selben Ziel: ab in die Schule, zur Startnummern- und Leihchip-Ausgabe!!

    In der Umkleide traf ich auf gut gelaunte Damen. Eine hatte einen stattlichen Rucksack dabei und führte laut Selbstgespräche, welches Outfit denn für diesen Lauf bei dieser Kälte das geeignetste sei. Sehr cool dann der Ratschlag ihrer Freundin, doch einfach mit dem Reiserucksack zu laufen und sich unterwegs umzuziehen :lachen:

    Das zarte asiatische Persönchen neben mir guckte mich an und meinte: „Oh je, ich bin aufgeregt als wäre es mein 1. Volkslauf; ist es aber nicht!! :roll:
    Sofort ermunterte ich sie erfolgreich zum Mitmachen bei einer beruhigenden Atemübung aus dem tibetischen Heilyoga. Und wünschte ihr dann einen guten Lauf :-) .

    Nach der Taschenabgabe fröstelten meine Nachbarin und ich Richtung Startbereich, ein paar Straßen entfernt gelegen. Einige wenige Läufer waren sogar in Rennshorts unterwegs :roll: . Mit uns gleichauf gingen 2 junge Männer. „Ganz schön frisch heute!“, meinte der erste. Grinsend haute der zweite einen plattdeutschen Spruch zur Antwort heraus: „Fret den freschen Fesch!“ (Iss den frischen Fisch!)
    Na, die war’n ja gut drauf, die Jungs :lachen:

    Die Aufwärmgymnastik war leider schon Geschichte wie wir den Startplatz erreichten. Der Startschuß für die 25 Kilometer Läufer/-innen brach los. Und ich wetzte schnurstracks runter zum mobilen Stand für Jackenabgabe (optional). Super Idee! Dank der Jacke kühlt man auf dem Weg vom Gymnasium zum Start nicht so extrem aus.
    Wer die dann abgeben will hat sich bei der Taschenabgabe schon gleich einen Jackenbeutel mit seiner Startnummer drauf geben lassen :super: .

    So machte ich dann unverzüglich in Eigenregie einige kreisende Aufwärmübungen (Danke an die Hahner Zwillinge und ihr hilfreiches Online Video zu dem Punkt!).
    Noch mal meiner Begleiterin gewunken und ab ging’s auf die 10 km Strecke.

    Zu Beginn ließ ich es bewußt langsam angehen um erstmal auf Betriebstemperatur zu kommen. Blieb im Windschatten eines Pärchens, bei dem er sie coachte und ihr Tempo-Ratschläge gab. Dann nahm ich etwas mehr Fahrt auf, überholte hier und dort. Manche Leute vor mir mußte ich auch einfach überholen. Die hatten so nervige Beinkleider an. Eine Läuferin in höchst unruhig gemusterten Tights; eine andere in so was von schreiend-farbenen Kompressionskniestrümpfen :besoffen: … Nee, nee, nee!!!
    Der Laufkurs ist abwechslungsreich. Man über- und unterquert Eisenbahnschienen, läuft durch ruhige Wohnstraßen, an einem idyllischen See vorbei, durch ein Waldstück, aufrechte sowie einige von Herbststürmen entwurzelte Bäume wahrnehmend. Eisiger Wind von Nordost. Tränende Augen, laufende Nase!! Bei km 5,5 erfreute uns ein Getränkestand mit warmem Zitronentee. Ich hielt an. Schlabber!! Aber was machte ich doofe Kuh vorher? Stoppte meinen Garmin Forerunner wie im Training. Riß mir dann wegen Überhitzung die Mütze, 1 der 2 Buffs und die Handschuhe vom Leib, stopfte die überschüssigen Sachen irgendwo hin. Und vergaß beim Weiterlaufen die Laufuhr wieder zu aktivieren. Bemerkte ich dann einiges später, wie sich auf dem Display nix tun wollte :roll: Oh nee, wie doof von mir!! Da war die zeitliche Orientierung für mein Rennen futsch… Doch wie heißt es so schön: Krönchen richten, weitermachen :mrgreen:

    Dann liefen wir geradewegs auf dem Fußweg an einer Bundesstraße entlang. Eisiger Wind von vorn. Da kam sicher manchem der Oldie in den Sinn: „Against the wind, I am running against the wind. I’m older now but still running against the wind!“

    Vor mir machte ein älterer Läufer ganz gut Speed. Hatte aber einen seltsamen Laufstil. Es schien mir als habe er Sensen statt Füße, die rhythmisch einwärts rotierten. Wieder nach dem Motto: Was mich aus dem Konzept bringen könnte besser überholen, zog ich links an dem Mann vorbei. Lief doch ganz gut.
    Einige Meter voraus erspähte ich plötzlich eine junge Läuferin, die angeschlagen wirkte. Den rechten Fuß hatte sie in Schonhaltung. Sofort stoppte ich neben ihr und reichte ihr meinen linken Arm als Stütze, fragte was los sei. „Uh, ich bin umgeknickt!“, erwiderte das Mädel. „Aber bis zum Streckenposten gleich da vorne schaffe ich es.“ „Okay. Ich gebe denen gleich Bescheid.“, gab ich zurück und setzte mein Rennen fort. Um die Ecke laufend informierte ich die bereitstehenden Helfer über die Verletzte. Und sah, dass Mister Sensenfuß mich bei dieser günstigen Gelegenheit gleich mal seinerseits überholt hatte :? Hmpf…
    Den kriegte ich auch nicht wieder eingeholt, ebenso wenig wie ein fröhliches Grüppchen mit lauffreudigem Pudel. Ich versuchte mich für die letzte Etappe zu motivieren. Spulte im Kopf auf Dauerschleife partiell den aktuellen Popsong „Stimme“ ab: „Hör auf die Stimme, hör was sie sagt.“ Imaginär rief mir diese Stimme zu: „Ich bin das Ziel, bin nicht mehr fern.“ Ab Kilometer 9 fühlte ich mich wie mit einer Klotz-Hüfte ausgestattet, die erst noch funktionell zurechtgeschnitzt werden muß. Das Ding war einfach eingefroren. Hätte kein Sommerzeugs unterziehen sollen !!! Sondern eher wie eine Mitläuferin, die in der Umkleide noch stolz ihren Nierenwärmer eines marktführenden Kaffee-Discounters als Super-Laufbekleidung für die kalte Jahreszeit angepriesen hatte. Irgendwie kämpfte ich mich auch noch an dem letzten treuen Streckenposten vorbei, schwenkte in die flatterbandgesäumte Zielkurve ein, riß den Arm hoch bei namentlicher Begrüßung über die Außenboxen, gab noch mal alles auf die letzten Meter, unter der ZIEL-Banderole durch rein in die rettende, warme Schul-Halle. Klett-Chip ab, Medaille um, Finisher-Tütchen gekriegt, Tee und Obst. Freundin begrüßt. GLÜCKLICH!!! :P

    Warm duschen war sooo angenehm und einen Leih-Fön kriegte ich auch von einer unbekannten Gönnerin in der Umkleide :super: . Bald fanden sich die Schnellsten der 25 km Distanz bei uns ein. Total sympathische Mädels, nicht hochnäsig.
    Die konnte ich bei der anschließenden Siegerehrung noch mal bewundern.

    In der Aula hatte es sich meine Freundin schon gemütlich gemacht mit Käffchen und Buch :durchlesen: . Ein saftiges Kuchenstück mit Pudding und Fruchtauflage verputzte ich im Nu. Dann noch ein deftiges Wurstbrot :hunger: , gefolgt von 3 Bechern Kaffee. Der Conferencier und seine Assistentin gestalteten die Siegerehrung (auch der Kinderstaffeln) wieder locker und fröhlich wie schon im Vorjahr, mit eingestreuter witziger Tombola. Dabei hatte ich diesmal kein Glück, ebenso wenig wie mit meiner Zielzeit. Leider ein paar Sekunden schlechter als 2015. Aber wenigstens liege ich diesmal im Altersklassen-Ranking besser. Man freut sich auch über Kleinigkeiten :lol:

    Cool Cat (inzwischen wieder mit aufgetauter Hüfte :zwinker: )


     
    (Teilnehmer)
    Mitglied seit: 28.01.2007
    Beiträge: 5918

    Das ist ja mal ein spannender Bericht!! Toll. Und auch für den schönen Lauf. Hilfsbereitschaft ist nicht selbstverständlich. Super gemacht und auch zum Finish


    Ich habe keine Macken, das sind Spezialeffekte.

     
    (Teilnehmer)
    Mitglied seit: 13.03.2016
    Beiträge: 140

    Das ist ja mal ein spannender Bericht!! Toll. Und auch für den schönen Lauf. Hilfsbereitschaft ist nicht selbstverständlich. Super gemacht und auch zum Finish

    Dem knn ich mich nur anschließen.


    Leben ist Freude, Freude ist leben!

     
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