Kampf oder gar nicht …

Dieses Thema enthält 5 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Cool Cat 24. November 2017 um 14:33 Uhr.

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    Mitglied seit: 01.08.2005
    Beiträge: 599

    … hieß für mich diesmal die Devise in Bezug auf den Quickborn Run 2017.

    Konnte ich aufgrund Schmerzen / orthopäd. Behandlung bei meinen bisherigen Herbstläufen 2017 jeweils von der gewohnten 10 km auf die 5 km Distanz ausweichen, so bot sich diese Schon-Taktik in Quickborn nicht an. Dort ist 10 km die Kurzstrecke! (Hauptlauf 25 km). Nach dem letzten Krankengymnastik Termin steigerte ich die Trainings-Kilometer mit Bedacht um einen Rückfall bzw. Überlastung zu vermeiden. Zudem nahm ich in der kargen Freizeit noch etwas abendliche Gymnastik und Hanteltraining mit rein um für die 10 km Herausforderung in Quickborn fit zu werden. Die Online Anmeldung für Quickborn zögerte ich lange hinaus; doch diesmal gar nicht dabei zu sein konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Mein Trainingsstand entsprach bei weitem nicht dem der 2 Vorjahre, aber ich befand: Lieber Kampf als gar nicht! :pirat:

    So rasselten am Sonntag in aller Herrgottsfrühe meine 3 Wecker. Gääähn :gaehn: !!! War ne kurze Nacht nach coolem Klassentreffen :tanzen: mit dem ein oder anderen Sektchen dabei. Kleine Stärkung im Stehen. Anreise in Begleitung meiner nicht rennenden Nachbarin.
    Die schickte ich während des Laufs wieder zum Quickborner Bäcker auf ein gemütliches Warte-Frühstück mit Sonntagszeitung :durchlesen: .
    Wir waren toll früh vor Ort und ergatterten einen Parkplatz direkt beim örtlichen Gymnasium, Schaltzentrale des Events. Wie wir auf die Schule zugingen, ich meine XXL Sporttasche Marke griechische Siegesgöttin geschultert, lasen wir die großen Lettern: DIETRICH BONHOEFFER GYMNASIUM . „So schaffe ich es auf meine alten Tage doch noch aufs Gymnasium!“, witzelte ich und zwinkerte meiner Freundin zu :wink: .
    Meine Startnummer bekam ich drinnen ratzfatz. Umkleide, Taschenabgabe. Alles klar. Auf zum Startbereich mit fröhlich dynamischer Aufwärm-Gymnastik vor den 25 + 10 km Starts. Im Vorfeld hatte es reichlich geregnet, der Morgen schaute zunächst trüb aus der Wäsche und die Thermometer waren wenig verheißungsvoll gewesen. So trug ich lang / lang sowie die Gore-Tex Robustschuhe, traute mich auch nicht meine dünne Regen-Rennjacke im Startbereich noch abzugeben. Mit dünner Laufmütze und Handschuhen war ich bestens auf die erwartete kalte Regenschlacht vorbereitet.

    Einige liefen in Rennshorts los, na klar, die Treppchen-Jäger/-innen :sieger: :zweiter: :dritter: !!!

    Ich staunte anschließend nicht schlecht wie wir kontinuierlich die Sonne :sonnenschein: als Lauf-Begleiterin hatten (ergänzend zum Führungs- und Besen-Fahrrad :lachen: ) . Es hatte sich vorerst ausgeregnet und ich konnte Mützchen und Handschuhe flugs in meine Taschen stopfen. Puh! Schwitz!
    So richtig langsam ließ ich es nämlich nicht angehen, kam schon auf Temperatur. Übermäßig mitreißen lassen wollte ich mich aber auch nicht und dann hinten raus total einbrechen, vielleicht gar gehen müssen… :shock: . Zur teilweisen Kompensation meiner unvollständigen Vorbereitung (insbes. Tempo-Ausdauer) trug ich diesmal Ohrstöpsel. Bischen Mucke auf die Ohren :musik: könnte einen ja aus einem Formtief ziehen, hoffte ich. Es spielte, nicht so laut, ein Zufallsmix meiner Smartphone mp3 downloads. Hmm, hätte doch vorher selbst eine Quickborn Run Playlist zusammenstellen sollen. Kamen zu viele ruhige Songs :roll: . Da waren einige Streckenposten doch motivierender, allen voran eine Lady, die um die Ecke biegende Läufergruppen mit einem lautstarken „Jieha!!!“ antrieb. „Der wilde Westen liegt also in Quickborn!“, rief ich lachend einem Läufer in aerodynamischem Team outfit zu. Auf Platz 2 der Motivatoren wähle ich die Streckenposten mit lautstarker Ratsche oder Tröte. Applaus, Applaus, ihr wart mega :applaus: .

    In einem Waldstück tauchte ich in eine Fantasy Welt ein. Die zurückliegenden heftigen Herbststürme hatten viele Bäume das Leben oder zumindest Äste, Zweige und Laub gekostet. Zur rechten erspähte ich lange, schlanke Zweige, die sich vom Waldboden her wie Tore nach oben bogen, als befänden sich imaginäre runde Hobbit Häuschen dahinter. Ich sah in der Höhe beeindruckende Birkenborken und am Weg markige Baumstümpfe und -stämme, die feinste Schnitzfiguren abgegeben hätten oder sich nachts als Trolle in Bewegung setzen wenn sie darauf keinen Bock haben :wink:

    Spätestens bei km 6 war ich wieder bei Sinnen. Da war Boxenstopp :lol: . Tüchtige Helfer/-innen reichten Tee zur Stärkung :spitze: , den ich im Gehen liebend gern wegschlabberte. Also Durst quälte mich dann nicht auf der Schlußetappe, aber zäh wurde es, wirklich richtig anstrengend – wie erwartet. Hier und da mal kräftiger Gegenwind, nicht enden wollende Landstraßen-Teilstücke. Wah :twisted: !
    Ich hätte meine Startnummer wie sonst als Glücksbringer knutschen sollen. In der Früh vergessen :evil: . Die Arme wurden schwer und schwerer (wozu hatte ich eigentlich Hanteltraining gemacht?), die Beine flogen auch nicht so leicht wie sie sollten, meine Problemhüfte machte auf sich aufmerksam. Na ja. Ich versuchte mir einen Zehner aus den Rippen zu schneiden und genau so fühlte es sich auch an: es setzte ein fieses Pieken ein, rechts oben unter den Rippen. Zähne zusammen beißen :mrgreen: !!Durchhalten!! Dranbleiben. Verfolger nicht rankommen lassen. Kurzer Blick über die linke Schulter. Verfolgerfeld in Sicherheitsabstand. Gut :-) Aus meinem Sport-Kopfhörer tönte nach „Atemlos“ von Helene Fischer ein wunderschön melodisches, aber melancholisches Lied von Evanescence. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Ziel!“, motivierte ich mich selbst, liess mich nicht beirren. Mein Garmin Forerunner hatte zu Beginn des Rennens noch gezeigt ich sei xx Meter voraus. Inzwischen gab es nur noch xx Meter zurück Meldungen. Keine Überraschung. Vor mir ein Mini-Grüppchen, 2 Männer, einer vor mir, einer schräg links mit grüner Jacke. Abstandswechsel. Die beiden schneller oder ich langsamer werdend. Kompensation. Aufschließen. Dann haute der vordere ab, spielte seine Reserven auf dem letzten Kilometer aus. Neben mir dann gleichauf der Mann in grün. Ich spürte plötzlich auch den Zug zum Ziel und wurde schneller. Streckenposten machten Mut, es wäre nun fast geschafft, yeah! Adieu, Mann in gruen :laufen: Dann endlich die Einbiegung Richtung Gymnasium. Ein schlängeliger Matschweg. Oh Tücke! Bloß nicht noch auf die letzten Meter ausglitschen und dann noch langsamer als grün-braunes Matsch-Monster finishen :twisted: ! Puh – noch ein Sprung über eine Pfütze und rauf auf den Asphalt. Finale Kurve eingeleitet. Flüstertüten-Begrüßung der vor mir einlaufenden Finisherin. Wie ich zum furiosen Endspurt ansetzte erklang auch schon mein Name. Voll Speed in die Halle reingerannt. Zwischenstop zur Medaillen-Ehrung. Wollte gleich weiter gehen zum runter kommen, aber gekonnt schmiss sich eine weitere Fachkraft – irgendwas rufend – an meinen rechten Fußknöchel um den Leih-Zeitnahme-Chip samt Klettband sofort von selbigem abzubergen. Gekonnt ist gekonnt! Mir wurde düselig, so von voll Karacho auf 0, das liegt mir nicht so :besoffen: . Zügig ging ich weiter zum Tee und Banane tanken. Kreislauf stabilisierte sich schnell. Alles supi. Medaille bewundert. Stretching. Tasche geholt. Duschen. Hi, hi, die Duschnknöppe waren so schwergängig. Da hatten wir Damen alle gut zu tun mit. Eine rief: „Da mußt Du doll drauf drücken bis der Daumen fast abbricht!“ . Ich witzelte: „Die Duschen sind nur für die älteren Gymnasiasten, die jungen kriegen die gar nicht erst an. Das spart Kosten!“ :lol: Wir lobten aber das angenehm warme Duschwasser. Haben wir bei anderen Läufen auch schon eisekalt erlebt!!

    Frisch gefönt traf ich mich mit meiner Nachbarin zum gemeinsamen Event-Ausklang in der Aula. Wir lieben das. Hütte voll. Lecker Kaffee und Kuchen Buffet :hunger: . Auf der Bühne die unterhaltsamen Siegerehrungen der Einzelstarter und Staffeln incl. Betriebssportwertungen, dazwischen zur Auflockerung die heitere Tombola. Yeah, und diesmal wurde sogar meine Startnummer gezogen :oink: und ich bin stolze Besitzerin chicer neuer Rennsocken :grin:

    Bei den Siegerehrungen der Damen beeindruckte mich am meisten eine AK Siegerin im stolzen Alter von 80 Jahren!!
    Bei den Männern brauchte einer – glaube ich – eine extra Trophäentasche, denn unter 3 Pokalen ging der Champion nicht nach Haus (Strecken-Sieger, Betriebssport-Sieger + Altersklassen-Sieger!) . Mann in de Tünn! (staunt die Plattdeutsche :lachen: ). Glückwunsch!!!

    Meinereiner pflegt nun seinen „Breitband-Muskelkater“ nebst zwackendem Problem-Knie und erfreut sich an Medaille und Urkunde :hinweis: . Ergebnis? Hätte schlimmer kommen können. 4 Minuten schlechter als in den Vorjahren. Mehr war diesmal trotz Kampf für mich nicht drin.

    Hier meine Erinnerungs-Fotos 2017:

    Baum-Schönheit bei Abfahrt – Adieu bis zum nächsten Jahr! :hallo:

    Gedrucktes und Geschenktes :grin:

    Gewonnenes :oink:

    Erkämpftes :sehrcool:

    CU, Cool Cat
    :batman:


     
    (Teilnehmer)
    Mitglied seit: 13.03.2016
    Beiträge: 157

    Hallo CoolCat,

    gratuliere zum bestandenen Lauf. Toller Bericht und schöne Bilder.
    Hoffe der Muskelkater wird nicht zu heftig.

    Gruß Eisbaer


    Leben ist Freude, Freude ist leben!

     
    (Teilnehmer)
    Mitglied seit: 14.08.2007
    Beiträge: 147

    Gratulation CoolCat :laufen: :applaus:

    sicher ein schöner Jahresabschluss.

    LG Robert


     
    (Teilnehmer)
    Mitglied seit: 05.06.2014
    Beiträge: 124

    Gratulation auch von mir!

    Respekt, Respekt…..du kannst kämpfen!

    Gruß

    Kaempfer


     
    (Teilnehmer)
    Mitglied seit: 18.05.2009
    Beiträge: 845

    ….. Mann in de Tünn! (staunt die Plattdeutsche )……

    …und die Süddeutsche. Herzlichen Glückwunsch.

    Wir waren jetzt wieder beim Opa in der Lüneburger Heide und ich kann ebenfalls mit was Plattdeutschem aufwarten:
    „Rulle rulle rulle
    dat ole Wief is dulle“
    Wörtlich kann ich’s nicht übersetzen, aber es ist bestimmt nichts Gutes, denn die 91-jährige Dame, von der ich das habe, hat erzählt, daß sie als Kinder das am Laternenfest gesungen haben, wenn ihnen die Hausfrau nach dem Klingeln und Absingen der Laternenlieder keine Süßigkeiten gegeben hat. War also ganz bestimmt kein Kompliment :mrgreen:

    Im Moment komme ich ganz schwer ins Forum, der Seitenaufbau dauert sehr lange, manchmal bricht alles ganz ab.
    Ist das bei euch auch so? oder liegt’s an unserem Laptop?

    Gruß Rs


     
    (Teilnehmer)
    Mitglied seit: 01.08.2005
    Beiträge: 599

    Hallo ihr Lieben,
    @ Eisbaer: Muskelkater schon weg, aber Problemhuefte / Seite rechts sowie Knie links wollen noch zur Entschuldigung gehaetschelt werden :toitoitoi: .

    @ Robert: Kommt ja noch der alljährliche Christmas Run To Tree im Dezember :santa:

    @ Kämpfer: danke, Freund!

    @ Rennschnecke: Das alte Weib ist blöd ist hier wohl gemeint. Dull gibt es auch im englischen.

    Ciao, Cool Cat 😎


     
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