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32. Hochwald-Nürburgringlauf begrüßt Teilnehmer der ersten StundeVIPs beim Laufklassiker in der Eifel: die Veteranen im Parcours veröffentlicht am 25.07.2012 von Guido SchulzeSie passieren den Zielstrich eher später als früher, haben mit Bestzeiten nichts am Hut - und bringen doch persönliche Höchstleistungen: Die Veteranen des Hochwald-Nürburgringlaufs, bei dessen 32. Ausgabe am 1. September wieder rund 2.300 Läuferinnen und Läufer den Asphalt der legendären Rennstrecke zu Fuß erobern werden. Die Veteranen, das sind die Teilnehmer, die seit 1978 bei allen Nürburgringläufen am Start waren. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter noch rund ein Dutzend dieser Laufsporthelden.
Start des Hochwald Nürburgringlaufs 2011. Bild: Norbert Wilhelmi/Nürburgringlauf - www.wilhelmi-fotograf.de
Hans-Ulrich Lang, Nürburgringlauf-Veteran, beim Nürburgringlauf 2011. Bild: Sportograf - www.sportograf.com
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| | Als 1978 zum ersten Mal der Startschuss für einen sogenannten Volkslauf auf dem Nürburgring fiel, war ein gewisser Hanns-Martin Fraas 17 Jahre alt und machte sich über alles Mögliche Gedanken - nur nicht darüber, wie es wohl wäre, eine für Motorfahrzeuge gebaute, rund 25 Kilometer lange Rennstrecke in der Eifel im Laufschritt zu umrunden.
Hans-Ulrich Lang zählte an jenem zweiten Sonntag im Oktober bereits 57 Lenze - und hatte nichts anderes im Sinn, als genau das zu tun. Ob er damals so genau wusste, dass er sich da auf eine Laufrunde in höchst hügeligem Gelände am Rande der Vulkaneifel einließ, während der immerhin rund 500 Höhenmeter bezwungen werden müssen? Das Erlebnis hat Lang jedenfalls nicht schockiert, sondern so beeindruckt, dass er beim diesjährigen Hochwald-Nürburgringlauf zum 32. Mal an den Start geht - der heute knapp 82-Jährige war von Anfang an und immer dabei. Hanns-Martin Fraas ist seit 2004 Organisationschef der Veranstaltung und voller Bewunderung für Lang und dessen noch rund ein Dutzend Kameraden der ersten Stunde.
"Der Hochwald-Nürburgringlauf kann bei den Teilnehmerzahlen sicher nicht mit Mammutevents wie in Berlin oder Frankfurt konkurrieren. Aber dass wir bei der 32. Auflage Menschen wie Hans-Ulrich Lang und seine Freunde begrüßen dürfen, die jedes Mal aktiv dabei waren, ist doch der beste Beweis für die einzigartige Atmosphäre, die der Nürburgring den Läufern bietet. Ihre persönliche sportliche Leistung verdient uneingeschränkten Respekt. Und es zeigt unseren jüngeren Teilnehmern, dass Laufsport bis ins hohe Alter möglich ist."
Genau das ist heute der Ansporn für Hans-Ulrich Lang, inzwischen der Älteste der Veteranen. "Ich will einfach nachweisen, dass auch ältere Leute an Laufveranstaltungen teilnehmen können." Es muss ja nicht die große 25-Kilometer-Runde über die Nordschleife sein, denn am Nürburgring werden auch Fünf- und Zehn-Kilometer-Läufe auf der modernen Grand-Prix-Strecke angeboten, die ein weniger anspruchsvolles Höhenprofil aufweist. Lang selbst ist die Nordschleife 26 Mal gelaufen - beim 27. Versuch musste er nach elf Kilometern aufgeben.
"Das war 2007, ein Hitzerennen, wir sind erst um 14 Uhr gestartet." Als er dennoch um eine Teilnehmerurkunde bat, die sonst nur Läufern vorbehalten ist, die auch den Zielstrich passiert haben, wurde ihm der Wunsch prompt erfüllt. "Für unsere Veteranen machen wir fast alles möglich", sagt Organisationsleiter Hanns-Martin Fraas dazu.
Zumal für Hans-Ulrich Lang, der als "Vater der Veteranen" gilt. Als er seinerzeit aus der ADAC-Zeitung eines Freundes erfahren hatte, dass am Nürburgring ein Volkslauf stattfinden sollte, trommelte er rund um seinen Heimatort Böhmenkirch auf der Schwäbischen Alb ein halbes Dutzend Gleichgesinnter zusammen: "Da müssen wir hin." Ein Jahr später winkten einige der Kollegen dann schon ab: Die Anreise über rund 400 Kilometer erschien ihnen zu beschwerlich. Nicht für Lang, den hatte der Nürburgring-Bazillus voll erfasst.
Über die Jahre entwickelten sich Bekanntschaften, und als die Starterlisten für den zehnten Lauf veröffentlicht wurden, stellte Lang fest: "Da gab es noch 66 Mann, die jedes Jahr dabei waren." Lang ließ ein Jubiläums-T-Shirt drucken, mit allen 66 Namen darauf - der inoffizielle Gründungsakt des Nürburgringlauf-Veteranen-Klubs. Seither gibt es jedes Jahr ein gemeinsames Foto auf der Zielgeraden, nach dem Wettbewerb ein gemütliches Zusammensein mit Imbiss und natürlich ein neues T-Shirt. Die sind heiß begehrt und viel zu schade, um getragen zu werden. "Die meisten landen als Souvenir in Schränken und Vitrinen", weiß Lang.
Die Namensliste auf den Hemden wird kürzer. Das liegt in der Natur der Sache - nur, wer seit 1978 ohne Unterbrechung mitgelaufen ist, gehört dazu. "Mit der Zeit stellen sich eben gesundheitliche Probleme ein", weiß Lang, "aber selbst Knieoperationen oder ein Herzschrittmacher halten die Leute nicht davon ab, den Nürburgringlauf jedes Jahr aufs Neue anzugehen." Bei der 20. Veranstaltung waren es noch 30 Veteranen, bei der 25. noch 20, erinnert sich Lang. "Vergangenes Jahr waren wir 17. Die meisten laufen inzwischen nicht mehr die Nordschleife, sondern die Fünf- oder die Zehn-Kilometer-Distanz", sagt Lang.
Er selbst hat sich für die kurze Strecke entschieden und verschwendet noch keinen Gedanken daran, dass ihm das eines Tages zu anstrengend werden könnte: "Ich mache erst einmal weiter. Und wenn es nur deshalb ist, weil ich dann einen Grund dafür habe, mich mit einem minimalen Vorbereitungstraining fit zu halten." Eine gewisse Vorarbeit wird ihm wohl auch nicht erspart bleiben, wenn er die Laufschuhe dereinst an den Nagel gehängt hat. Denn die jüngsten der Veteranen sind gerade mal Mitte 60, Anfang 70 - da werden sicher noch etliche der von Lang mit viel Hingabe gestalteten Jahrgangs-T-Shirts gebraucht.
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