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02.09.2006  |  Transalpine Run 2006
Von: Till Gottbrath

1. Etappe - Oberstdorf-Steeg

Zuerst mal die reinen Streckendaten: Oberstdorf / D - durch das Trettach-Tal zur Spielsmannsau - dann steiler Aufstieg vorbei an der Kemptener Hütte zum Mädelejoch - hinunter nach Holzgau - von dort wieder hinauf und über den Hager Höhenweg - hinunter nach Steeg / A im Lechtal.


Wie ein Anfänger!

Vertikaldistanz: 1496 Höhenmeter im Aufstieg; Horizontaldistanz: 28,9 Kilometer, Ø Zeitbedarf: ca. 4,5 Stunden

Und jetzt zu meinen (unseren) Daten: Laufzeit 4:47, Durchschnittspuls 160, Maximalpuls 181, 5387 verbrauchte Kilokalorien

Wer diese Pulswerte sieht, weiß, dass wir noch weitere sieben Tage joggen und sich außerdem auskennt, der weiß auch, dass diese Werte zu hoch sind. Warum? Wir sind anfangs viel zu schnell gelaufen und dann habe ich – wie man so schön sagt – „total abgekackt“. Und zwar nicht zu schlecht!

Ob Nicole, Jürgen Kurapkat von Gore oder Sissi im Büro bei KGK: Keiner hatte mir geglaubt, als ich sagte, dass ich nicht so gut in Form bin. „Jaja, wie bei der Schulaufgabe: Man tut so als man habe nicht gelernt und legt dann den Einser hin. Oder wie am Start eines jeden Bike-Rennens oder Volkslaufs: Alle Leute geben vor, sie seien schlecht vorbereitet. Und dann blasen sie los, dass es nur so raucht.“

Nein, liebe Sissi, ich habe nicht geblöfft! Und Kondition entsteht auch nicht im Kopf. Im Gegenteil, ich bin sogar noch schlechter drauf, als ich gedacht habe! Und was den heutigen Tag noch schlimmer machte: Ich bin nicht dementsprechend gelaufen. Wie die Anfänger sind wir viel zu schnell losgelaufen. Wobei das nicht für Nicole gilt: Sie ist für ihren Trainingszustand keineswegs zu schnell gelaufen. Sie hat mich sogar noch gebremst! Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, auf jeden Fall habe ich mir diesen Tag SEHR, SEHR schlecht eingeteilt.

Nach zwei Drittel des Aufstiegs zum Mädelejoch fingen die Beine an zu ziehen. Der Puls wurde schneller, ich dagegen immer langsamer. Nicole nahm mir, wie versprochen, die schwere Hüfttasche ab (wir haben uns dieses Jahr so eingeteilt, dass einer das Gepäck von beiden nimmt und der andere nur eine kleine Tasche nimmt mit Flasche und Energieriegel). Das machte die Sache etwas angenehmer und wer besser drauf ist, nimmt die schwere Hüfttasche. Auf anderen Seite des Jochs nahm ich sie dann wieder zurück – muskulär fühlte ich mich da noch gut. Aber auch dieser Zustand ließ leider bald nach. Ich kam an den Punkt, wo man ich nur noch bergab joggen konnte und schon in der Ebene gehen musste. Alter Schwede!

Der Anstieg nach der Verpflegungsstation in Holzgau war die Hölle. Ich fühlte mich wie eine Schnecke – und lief auch so. Jede Menge Trams zogen an uns vorbei. Aber mir war klar, dass ich nur durch dieses Schneckentempo eine Chance haben würde, in den nächsten Tagen überhaupt zu laufen. Und jetzt, liebe Sissi, war mein Kopf wirklich stark. Wir zogen das Ding durch.

Am Ende erreichten wir das Ziel nach 4:47 h auf Platz 19 der Mixed Wertung (ich glaube, 40 sind am Start). Geht ja sogar noch. Und jetzt nach der Nudelparty geht es schon wiedereinigermaßenn. Sicher ist: Morgen werden wir das seeeehr viel langsamer angehen (müssen)

Ich hoffe, ich kann „diesen Tag“ morgen noch irgendwie per E-Mail verschicken. Im übrigen bleibt immer noch die offizielle Website www.transalpine-run.com, um sich zu informieren.







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