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24.10.2004 | Palma de Mallorca-Marathon 2004 Von: Jochen MillerPalma de Mallorca-Marathon 2004Tausende MarathonläuferInnen gibt es,und jedes Jahr entstehen genauso viele Geschichten rund um den Marathon.Hier ist eine davon. (Bericht stichwortartig und in Läuferdeutsch.) Wettkampfwoche
Sonntag, 17.Oktober
7 Tage vor dem Marathon noch einmal locker 25 km in 2 Std.16 gelaufen. Ich fühle mich gut. Der Marathon kann kommen. Doch was ist das ? Am Abend begann mein Backenzahn sprichwörtlich an zu nerven. Die Nacht war besch........
Montag, 18. Oktober
Gleich am frühen Morgen ab zum Zahnarzt und .....Ruhetag. Na super. Danach ging’s zur Vertretung. Es wurde geröntgt. Das sieht nach einer Wurzelbehandlung aus meinte die Vertretung. Er gab mir eine Spritze und ich sollte morgen zu meinem Hauszahnarzt gehen. Durch die Spritze waren die Schmerzen erstmal weg und ich dachte nur an“Abflug am Donnerstag, Marathon am Sonntag“.
Dienstag, 19. Oktober
Nach durchwachsener Nacht, mit dem Röntgenbild bewaffnet, ging’s wieder am frühen Morgen zum Zahnarzt. Wurzelbehandlung. Am Nachmittag bekam ich wieder tierische Schmerzen. Wieder zum Zahnarzt, die selbe Prozedur wie am Morgen wiederholt und wieder nach Hause. Am Abend bekam ich Fieber, Spitzenwert 38,85 Grad. In der Nacht auf Mittwoch kaum geschlafen, Schüttelfrost, nassgeschwitzt ,3 mal umgezogen. Ich dachte nur noch an Stornierung meines Marathonurlaubes. Das gibt es doch garnicht.
Mittwoch, 20. Oktober
Ich wache auf und “keine Zahnschmerzen mehr, kein Fieber mehr “.Etwas Kopfschmerzen hatte ich. Die Frage ist, kann ich einen Marathon laufen. Ich habe zwar gut trainiert, ich fühle mich aber wie ein Waschlappen. Eigentlich könnte ich ja nach Mallorca fliegen, die Laufsachen mitnehmen und vor Ort entscheiden ob ich mitlaufe. Genau, so mache ich das.
Donnerstag, 21. Oktober
Abflug nach Palma, gelandet, super Wetter, ich fühle mich wieder ganz gut. Ab nach Arenal, das Hotel liegt ca. 400 Meter hinter dem“Ballermann“.(Das war wohl überlegt,denn wenn der Lauf gut gelingt wird natürlich gefeiert.J)Am Nachmittag wollte ich unbedingt wissen wie es denn so läuft. 15 Minuten einlaufen, 2 mal 6 Minuten Marathontempo, 15 Minuten auslaufen.War ganz ok.
Freitag, 22. Oktober
Sonne tanken
Samstag, 23. Oktober
Heute steht Abholung der Startunterlagen auf dem Plan. In Palma, unterhalb der Kathedrale. Dort findet auch die Pasta-Party statt. Mein Informationsbedarf war noch sehr hoch, da man über deren Hompage nicht wirklich etwas erfuhr. Unglaublich heiß war es. 34 Grad zeigte die Anzeige. Am Abend im Hotel hatte ich zwar meine Startnummer in den Händen, stellte mich aber vorsichtshalber auf einen Katastrophenlauf ein. Die Leute vor Ort waren alle sehr freundlich und bemüht, aber keiner konnte dir eine klare Antwort geben. Zum Beispiel: Wie kommen wir zum Start ?Es müßten Shuttlebusse ab 8 Uhr vom Placa de Espana fahren. Ob das geklappt hat weiß ich nicht, wir nahmen uns auf jeden Fall zu viert ein Taxi und fuhren direkt zum Start.Ein Problem war gelöst.Die Leute vor Ort wurden einfach nicht genügend informiert, und konnten somit keine klaren Informationen geben. Kompetenzgerangel zwischen spanischen und deutschen Organisatoren machte die Runde. Man mußte mit dem schlimmsten rechnen.
Viele(auch ich)befürchteten, daß man sich in den Gassen Palmas verläuft, zuwenig Getränke aufgetischt werden oder die Kilometerschilder nicht aufgestellt sind. Hoffentlich stehen genügend Ordner an den Schlüsselpositionen wie zum Beispiel an den Wendepunkten oder an der Halbmarathon-Marathon Weiche.Man ging unzufrieden ins Hotel zurück und wußte im Prinzip nichts. Ach ja,die angekündigte Marathonmesse fand natürlich auch nicht statt.Einzigster Lichtblick am Samstag war die“Pasta“-Party unterhalb der Kathedrale. Es war schön sich die Parella mit Wein oder Wasser unter Palmen bei schönstem Wetter zu genehmigen. Es wurde vor Ort über offenem Feuer in supergroßen Pfannen gekocht.Toll. Der Verlauf dieser Wettkampfwoche war natürlich anders geplant. So eine Woche wünsche ich keinem LäuferInnen. Aber ich habe Glück gehabt, ich werde laufen.
Sonntag, 24. Oktober
6 Uhr30, der Wecker klingelt. Ich ziehe gleich meine Wettkampfklamotten an, (diesmal auch mit Pulsmesser). Mein Kleidersack ist natürlich schon geschnürt. Das Frühstück ist eh schnell erledigt, da ich nur Flüssigkeiten zu mir nehme. Für das große Geschäft auf der Toilette reichts auch noch. Ok, Zehennägel sind geschnitten,Brustwarzen sind abgeklebt,Uhr ist dran, Chip am Schuh, Sonnenbrille auf dem Kopf, Sonnencreme und Vasiline im Kleidersack.Es ist 7 Uhr 30,unser Treffpunkt in der Empfangshalle. Eine wohlige Anspannung bei allen, super.Das Taxi ist in 2 Minuten da.Abfahrt in das Stadion Son Moix. Wir steigen aus und dachten im ersten Moment wir sind am falschen Ort.Das Stadion ist abgeschlossen,kein Licht,keine Musik-tote Hose.Und das ca. 1.5 Std. vor dem Start.Das gibt es doch garnicht.In Deutschland undenkbar,da wäre um diese Zeit schon halligalli. Um Gotteswillen,das wird heut was geben.Kurz danach erwachte aber das Startgelände aus dem Tiefschlaf und die Spannung stieg.
Jetzt muß ich einen dicken Strich ziehen.Was bisher in Sachen Organisation abging,war einfach besch.....Das Wichtigste aber kommt jetzt,der Lauf.Und der war zu unser aller Überraschung perfekt organisiert.Die Kleiderabgabe war perfekt-pünktlicher Start-alle Kilometer waren beschildert-keine Chance sich in den Gassen von Palma zu verlaufen, da genügend Ordner eingeteilt waren-die Halbmarathon=Marathon Weiche war perfekt beschildert plus ein Ordner-Getränke bis zum abwinken,keine Becher sondern Plastikflaschen gab es-die Verpflegung im Ziel war super-die Massage danach genial.Die gestreßten Beine wurden erst ausgiebig mit Eisbeuteln behandelt und danach super massiert.Jetzt muß ich wieder einen Strich ziehen.Nach dem Lauf begann das Chaos wieder.Viel zuwenig Shuttlebusse zurück in den Startbereich.Man mußte ausharren bei über 30 Grad,keine Altersklassenehrungen und und und.
Schwamm drüber,der Lauf war perfekt und das ist das wichtigste.Die Organisation hat sich auch schon entschuldigt und wird bei der 2.ten Auflage vieles verbessern.Wenn bei mir nichts dazwischen kommt,werde ich auch wieder dabei sein.So ein Marathonurlaub hat schon was.
Start um 9 Uhr 30
Schönes Wetter,16 Grad.Ich fühle mich gut und beschließe trotz der Zahngeschichte erstmal nach Plan loszulaufen.Die ersten Kilometer durch recht trostloses Industriegebiet waren schnell vorüber ehe dann auf breiter Strasse der Einlauf Palma de Mallorca begann.War schon ein geiles Gefühl die Straße für sich zu haben.Etwas mehr Zuschauer wäre schön gewesen.Es kamen aber immer markante Stellen,wo die Stimmung super war.Nun ging es durch die Gassen Palmas.Die Temperaturen waren kein Problem,da wir fast nur im Schatten liefen.Der Puls sowie die Zwischenzeiten waren auch ok.Ich weiß es nicht mehr genau,aber so ab km 17 ging es dann raus auf den breiten Highway.Jetzt war Schluß mit Schatten,ab jetzt spielte sich alles unter der prallen Sonne ab.Die Temperaturen waren für Ende Oktober selbst für Mallorca höher als üblich.Ungewöhnlich auch,daß kein Lüftchen ging.Die Temperaturen stiegen an diesem Tag wieder über die 30 Grad.Es gab aber reichlich Getränke bei der ich mich gut versorgt habe.
Nachdem ich die Halbmarathon=Marathon Weiche passiert habe,kam ich mir auf einmal sehr verlassen vor.Es waren kaum noch Leute zu sehen.Weiter ging es in Richtung Wendepunkt kurz hinter der Halbmarathonmarke.Es waren einige kleine Steigungen in diesem Lauf,die in dem Profil auf der Hompage nicht zu sehen waren.Was sich aber dann ab km 20 vor mir aufbaute war nicht so lustig.Es war in Höhe dieses Marinestützpunktes wo es schön knackig langgezogen hochging.Die Strecke wurde ja öfters vom Veranstalter verändert.Leider wurde das Profil auf der Hompage nicht angepasst.Egal,da mußte jetzt durch.Beim HM ein Blick auf die Uhr,alles bestens.Nach dem Wendepunkt ging es wieder zurück.Kurz nach km 25 lief man direkt am Ziel vorbei um dann auf breiter Straße zum nächsten,diesmal langgezogenen Wendepunkt,zuzusteuern.Zwischenzeit bei km 25 immer noch ok.So ab km 27 muß man sich die Strecke so vorstellen.Breite Straße,rechts das Meer,Palmen und die Sonne im Gesicht.Die 30 Grad hatten wir wohl jetzt erreicht.
So muß es auf Hawai sein waren meine Gedanken.Immer wieder toll,wenn die Zuschauer einen anfeuerten und deinen Vornamen riefen.Der war nämlich auf der Startnummer aufgedruckt.Bei km 30 konnte ich 2 Läufer überholen.Die Zeit war immer noch ok.Die Wendeschlaufe umlaufen ging es wieder zurück in Richtung Ziel.Es lief gut.Meine Schuhe waren von dem vielen Wasser über den Kopf leeren regelrecht vollgesogen mit Wasser.Bei km 35 war mein Zeitplan immer noch im grünen Bereich.Der Kilometer 35 war übrigens wieder in Höhe des Ziels.Ab ca. km 36 bis 37 ging es merklich schwerer.Auf jeden Fall immer wieder aufbauend meinen Vornamen zuhören. Bei km 38.5 ging es um den letzten Wendepunkt nun endgültig zurück zum Ziel. Zwischen km 35 und 40 habe ich knapp 3 Minuten liegen lassen. Bei km 40 war mir aber schon klar,daß ich unter 3 Stunden bleiben werde.Die letzten 2.2 km waren nochmal super anstrengend,für die ich 10,5 Minuten brauchte.
Auf jeden Fall genoß ich den Zieleinlauf und war ganz schön überrascht, dass ich am Schluß auf dem 17.ten Gesamtplatz gelandet bin.
Marathonzeit: 2:58:34
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