Verfasst am: 16.09.2012, 21:00 Titel: Einstein Marathon 2012
Einstein-Marathon am 16.09.2012
gleichmal vorweg, ich bin angenehm und positiv überrascht über die Veranstaltung. Tolle Organisation, Messe mit reichhaltigem Angebot. Viele laufbegeisterte Menschen. Am Münsterplatz die Pastaparta war auch ok, habe da in Hamburg schon viel schlimmeres erlebt. Gegenüber war eine Showbühne mit wechselndem Programm, wohl auch im Zusammenhang mit der Kulturnacht am Abend. Die Abendsonne tat dann noch ein übriges dazu.
Sonntag morgen auf zur Donauhalle. Leider habe ich Dede und Andy nicht getroffen. War zwar bei der Startbeutelausgabe, aber ein dringendes Bedürfnis zwang mich dazu, noch vor dem Termin in eine andere Richtung abzudrehen. Die Schlange war schon riesig, dazu noch witzige Ansage über Lautsprecher, dass es eine "riesige Toilettenanlage" gebe, nur wohl nicht hier wo ich wartete. Die Durchsage hatte mitten in die Liveübertragung des Gottesdienstes reingeplatzt. Danach wurde unsere Wartezeit mit Gebet und Gesang weiter begleitet. Sowas habe ich auch noch nie erlebt....
Start, zuerst die vorderen Blöcke, dann Block C und D. Ein typisches echtes Gedränge, nach Überqueren der Startlinie ging es dann einige Kilometer auf breiter Straße an der Donau entlang nach Norden. Dann bei km 5 über die Donau rüber, erster Verpflegungsstand, und dann weiter Richtung Neu-Ulm. Dieses Teilstück überwiegend über freies Feld. Waren wir am Anfang noch schön im Schatten gelaufen, brannte hier die Sonne vom wolkenlosen Himmel.
Bei km 13 dann wieder über die Donau, eine Schleife in der Innenstadt, um nach knapp 2 km wieder über diese Brücke zurück zu laufen.
Dort aber nur eine kleine Wendeschleife, die ca. 250 Meter hat man wohl für die Distanz gebraucht? Wieder zurück zur gleichen Donaubrücke, aber vorher links abgebogen an der Donau entlang.
Auf zur nächsten Brücke, wieder rüber, hier wieder eine schöne aber kurze Innenstadtschleife. Und jeder ahnt es, über die gleiche Brücke wieder auf die andere Donauseite. Das entwickelt sich so richtig zu einem Mehrbrücken-Stadtlauf, auch nicht schlecht.
Nach einer kurzen Schleife um das Rathaus von Neu-Ulm (wenn ich das auf dem Plan richtig gelesen habe), bleiben wir bis km 19 auf dieser Seite der Donau. Um dann, was anderes war nicht zu erwarten, wieder über eine Brücke auf die andere Seite an der Donau nach Norden zu laufen.
Hier ist dann km 20. Das Gedränge wird weniger. Natürlich sind wesentlich mehr Halbmarathonis gleichzeitig auf der Strecke als Marathonis.
Wir werden an der Donau entlang weiter nach Norden geschickt. Es wird ruhiger und überschaubarer. Die Strecke bietet immer wieder Abwechslung. So z.B. begleiten einige Schwäne uns Läufer(-innen), die neben uns starten und landen. Machen die ein Getöse... Oder eine Ente steht Mitten im Weg und macht keine Anstalten dort auf die Seite zu gehen. Nach km 23 kommt dann ein Wendepunkt, das gleiche Stück zurück, aber auf einem parallel verlaufenden Weg. Bis zu dem Ort, wo die "halben" abgebogen sind. Wir
werden aber auf einem anderen Weg durch einen Torbogen geführt.
Was ist denn das? Es geht steil und giftig nach oben, einmal rechts, da war ich doch schon vor einiger Zeit? Gleich wieder rechts steil nach unten, dann sind wir oberhalb und laufen auf der Stadtmauer. Einige hundert Meter, schöne Aussicht, aber an manchen Stellen doch recht Eng.
Jetzt geht es an der Donau entlang raus aus Ulm. Eine schöne Gegend, größtenteils im Schatten oder komplett im Wald. Hier kann man seinen Gedanken nachhängen. Es kommen die KM-Schilder 27, 28 und 29. Was zwickt schon alles? Linke Hüfte tut schon länger weh. Die üblichen Blasenstellen der rechtsfüssigen Zehen spüre ich schon länger nicht mehr. Das klacken meiner Schnürbändel stört mich, habe das Schuhwerk schlecht gebunden. Bei km 30 dann wieder mal über die Donau drüber, am Donaukanal nach Wiblingen.
Hier ist wieder richtig Stimmung, das reißt einen aus dem Gedankenbrei wieder raus. Dann umlaufen und durchlaufen wir das Kloster
Wiblingen. Ein imposanter Bau. Das Schild für 36 km steht da. Der innere Schweinehund kämpft mit mir, er will gehen, sich hinsetzen, die da vorne essen ein Eis....
Ich will weiter, nicht gehen (das habe ich mir fest vorgenommen, im Gegensatz zu meinen letzen Läufen mit einigen Steh- und Gehpausen). Meine Rundenzeiten werden langsamer, nähere mich den 6 min/km.
Unter einer Autobahn durch, über die Iller drüber. Quasi mein Heimatfluss. Wie lange braucht das Wasser wohl von meinen Eltern im tiefen Allgäu bis hierher? Schön durch den wald im Schatten, das tut gut.
Da vorn schaut schon das Münster rüber, das km 40 Schild kommt. Ich werde überholt, dann überhole ich die wieder, beim zweiten Anlauf zieht das Paar vorbei. Längere Zeit hatte ich einen Läufer vor mir mit gleichem Schritt und Tempo. Dem kann ich aber nun nicht mehr folgen, der zieht an, ich laufe konstant weiter. Über die Donau wieder rüber, km 41 steht da. An Baustellen vorbei Richtung Bahnhof, unter einer breiten Straße wieder durch in Richtung Dom.
Wow, was ist hier los? Da geht plötzlich der Punk ab. Von rechts kommen hunderte andere Läufer, das können doch keine Halbmarathonis sein? Und Zuschauer ohne Ende. Die beiden Reihen sind getrennt und laufen Richtung Münster. Es geht nochmals einen (gefühlt) längeren Anstieg hoch. Jetzt noch die letzten Reserven freimachen. Das pusht. Die Menschenmenge macht Krach ohne Ende. Da vorn ist das Ziel.
Mütze runter, ein Jubelschrei.
Blick auf die Uhr, 3:59 steht drauf. Tatsächlich sind es dann noch ein paar Sekunden weniger.
Glücklich mit wackeligen Beinen stapfe ich dann hinter dem Ziel umher.
Und dann kommt wieder mein Problem. Gut, da stehen einige Dixis. Die umfangreiche Verpflegung im Zielbereich konnte ich leider nur sehr eingeschränkt geniessen. Mit Pizzaessen danach wäre es diesmal deswegen auch nichts geworden.
Gut und zweckmässig organisiert der Duschbereich. Nicht unbedingt groß aber für Auswärtige eine perfekte Abrundung der guten Organisation.
Den Lauf kann ich wärmstens empfehlen, vor allem wenn das Wetter so strahlend mitspielt wie in diesem Jahr. Gerade in der Innenstadt viele Zuschauer, Trommler, Musikgruppen, Chearleader... Draussen landschaftlich schöne Strecke. Und auch die Verpflegungsstände
hervorragend ausgestattet und jeweils übersichtlich ca. 150 meter vorher angekündigt.
Liebe Grüße auch an Andy, Dede, TriaFly und wer sonst noch aus dem Forum hier mitgelaufen ist, ich hoffe bei Euch ist es gut gelaufen und habt das ebenso empfunden wie ich.
Glückwunsch zum Läuferdiplom!
Lesen kommt später ...
Gruß vom
Heimü _________________ Auf dem Weg.
Oberkörper und Bauch/Rückenmuskeln werden weiter trainiert.
Die Beine dürfen mit den neuen Einlagen nun mal wieder etwas traben ... bisher kein Gezicke vom Fersensporn, dafür ist die rechte Wade im Eimer und hält mich derzeit vom Laufen ab.
Gruß, Lutz _________________ "Wer sich vom Zufall leiten lässt, erreicht auch nur durch Zufall etwas."
(Francesco Guicciardini, 1483-1540, italienischer Politiker und Historiker)
PB: 10 km - 00:45:42; 15 km - 01:13:26; HM - 01:46:25; M - 03:44:54
Glückwunsch zum Läuferdiplom!
Lesen kommt später ...
glückwunsch jetzt, lesen später ... _________________ The goal of science is to build better mousetraps,
The goal of nature is to build better mice !
5000m 25:29 | 10k 52:24 | HM(170Hm) 1:58:54 | M(flach) 4:29:34 | M(767Hm) 4:49:14
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