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New York City Marathon 2009 - Ein unvergessliches Erlebnis
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Mega68
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BeitragVerfasst am: 08.11.2009, 09:45    Titel: New York City Marathon 2009 - Ein unvergessliches Erlebnis Antworten mit Zitat

<< Achtung, dieser Bericht ist etwas länger !!! >>


Ich glaube, der Traum eines jeden Marathon-Läufers ist es, einmal in seinem Leben in New York an den Start zu gehen. Er gilt als das Mekka der Marathonis, um diesen Lauf rankt sich ein ganz besonderer Mythos.
Auch auf mich übte der New York City Marathon eine spezielle Anziehungskraft aus, so dass ich mir schon vor sehr langer Zeit vorgenommen hatte, daran teilzunehmen. Zu meinem 40. Geburtstag sollte es dann soweit sein. Da mein Geburtstag immer Ende November, also nach dem New York Marathon, ist, und ich in 2008 meinen 40. Geburtstag feierte, plante ich dann für Anfang November 2009 meine Teilnahme in New York.

Da die Startplätze für New York bekanntlich sehr knapp sind und mir die Teilnahme an der Verlosung von Startplätzen zu unsicher war, habe ich mich entschieden, über einen Reiseveranstalter ein Gesamtpaket aus Flug, Hotel und Marathon-Teilnahme zu buchen. Auf diese Weise war mir ein Startplatz garantiert, aber auch bei den Reiseveranstaltern waren die Plätze durchaus knapp. So ließ ich mich bereits im Sommer 2008 für die New York Reise vormerken, so dass ich auf jeden Fall einen der begehrten Startplätze bekommen würde. Meine Wahl fiel auf den spezialisierten Anbieter „interAir“, den ich aus Laufzeitschriften und Marathon-Messen kannte. Ausschlaggebend war unter anderem, dass dort auch Herbert Steffny als Team-Betreuer dabei war. Herbert kannte ich schon von einem Lauf-Seminar, das ich bei ihm gebucht hatte. Ich finde ihn sehr sympathisch. Soviel kann ich vorab schon mal sagen: die Reise mit interAir war klasse, sie haben alles bestens organisiert und auch die individuelle und persönliche Betreuung vor Ort war ausgezeichnet.

Wie immer begann die gezielte und spezielle Marathon-Vorbereitung drei Monate vorher, also Anfang August. Es lief eigentlich alles ganz gut, wenngleich mir in den letzten Wochen vor dem Marathon besonders meine rechte Ferse immer wieder Probleme machte. Ich vermutete einen Entzündung unter dem hinteren Bereich des rechten Fußes. Beim Auftreten hatte ich deutliche Beschwerden, manchmal auch Schmerzen. Die Beschwerden waren mal schlimmer und mal nur ganz leicht. Jedenfalls konnte ich mein Training und auch die Testwettkämpfe davon nur wenig oder gar nicht beeinflusst wie geplant absolvieren.

Hinzu kam noch eine leichte Erkältung, mit der ich in den letzten beiden Wochen der Marathon-Vorbereitung zu kämpfen hatte. Zum Glück hatte ich kein Fieber, Gliederschmerzen oder ein Schlappheitsgefühl. Aber meine Stimme war zeitweise belegt und ich hatte etwas Schnupfen. Mit leichtem Schnupfen reiste ich dann nach New York.

Trotz all dieser kleinen Hemmnisse erzielte ich während der Vorbereitung bei Test-Wettkämpfen persönliche Bestzeiten sowohl über 10 KM als auch Halbmarathon. Die Form musste also stimmen.

Ursprünglich wollte ich ja allein nach New York reisen und hatte daher ein Einzelzimmer gebucht. Da der Termin außerhalb der Ferien liegt, konnte bzw. wollte mich meine Familie nicht begleiten. Vor drei Monaten begann sich dann meine Frau Bettina aber immer mehr, für die New York Reise zu interessieren. Letztendlich entschloss sie sich dann, mich doch als passive Betreuerin zu begleiten, ohne den Marathon zu laufen. Unser Sohn sollte während der Zeit gut bei Oma und Opa versorgt werden.


Donnerstag, 29. Oktober 2009:
Am Donnerstag, dem 29. Oktober 2009, war es dann endlich so weit. Morgens gegen 7:30 Uhr brachen wir mit dem Mietwagen zum Flughafen Düsseldorf auf. Dort sollte es dann um die Mittagszeit mit Lufthansa nach New York gehen. Auf der Autobahn waren einige Staus, wir hatten aber genug Zeit eingeplant, so dass wir ohne zeitlichen Stress den Flughafen erreichten. Wir checkten dann zunächst einmal unser Gepäck ein, das wir reichlich dabei hatten. Jeder gab einen Koffer und eine große Reisetasche auf. Jedes Gepäckstück war nur gut zur Hälfte gefüllt, wir wollten ja noch Platz für die Errungenschaften unserer geplanten Einkaufstour lassen. In einer Reisetasche waren ausschließlich meine Laufsachen, die ich in großer Anzahl und Variation mitnehmen musste. Ich musste ja auf unterschiedliche Wettersituationen vorbereitet sein.

Im Wartebereich trafen wir bereits Roland und Angelika aus Gladbeck, die ebenfalls mit interAir zum Marathon reisten. Ich hatte beide zuvor während der Pasta-Party zum Paderborner Osterlauf zufällig kennengelernt. Sie hatten dasselbe Hotel in New York wie wir gebucht. Wir hatten uns natürlich gleich viel zu erzählen.
Der Abflug in Düsseldorf erfolgte leicht verspätet, aber problemlos. Im Flugzeug selbst konnte man bei zahlreichen Personen direkt erkennen, dass sie wohl auch auf dem Weg zum Marathon waren. Deutliche Hinweise waren Pulsuhren am Handgelenk, Laufschuhe an den Füßen, eine schlanke, sportliche Figur sowie Reiseunterlagen bekannter Marathon-Reiseveranstalter. Ich schätze, dass mindestens die Hälfte aller Fluggäste wegen des New York Marathons unterwegs war. Direkt hinter uns saß ein etwas älteres Pärchen, bei dem der Mann zum wiederholten Mal am New York Marathon teilnehmen wollte. Er erzählte uns, dass er schon seit langer Zeit mindestens einmal im Jahr eine größere Marathon-Reise unternimmt. Dabei war er beispielsweise schon in Chicago, Honolulu, Dubai und Tokio.

Der Flug verlief reibungslos, im Lufthansa-Airbus gab es sogar ein persönliches Entertainment-System im Rücksitz des Vordermanns, bei dem man aus einem reichhaltigen Film- und Musikangebot auswählen konnte. So gegen 16:00 Uhr Ortszeit sind wir dann in Newark, New Jersey gelandet. Ich war etwas schlapp und auch mein Magen rebellierte etwas. Das lag wohl an der reichhaltigen Verpflegung im Flugzeug und der Zeitumstellung, war aber nicht so schlimm. Bei der Immigration mussten wir eine Weile anstehen. Aber auch hier war eindeutig zu erkennen, dass viele Sportler anreisten. Schlanke Personen mit Laufschuhen, Trainingsanzügen und Sporttaschen und anderen eindeutigen Anzeichen dominierten das Bild.

Im Ankunftsbereich trafen wir, nach dem wir unsere Koffer in Empfang genommen hatten, direkt auf die Team-Betreuer von interAir. Hier wurde erst deutlich wie viele Teilnehmer über interAir anreisten. Insgesamt waren es mehr als 650 Personen, die über interAir organisiert zum New York Marathon anreisten, davon ca. 450 aktive Marathon-Teilnehmer. Wir kamen gleich mit anderen Gleichgesinnten ins Gespräch, natürlich wurde vornehmlich über einschlägige sportliche Themen geredet. Auch Angelika und Roland waren wieder dabei.
Mit dem Bus machten wir uns dann auf den Weg nach Manhattan. Wir hatten das Holiday Inn Express an der 45th Street gebucht (zwischen 5th and 6th Avenue). Ich hatte immer noch ziemliche Magenbeschwerden. Auf den Straßen war es ziemlich voll. Der Fahrer hatte einen rüden Fahrstil und musste immer wieder stark beschleunigen und bremsen. Meine Situation verschlimmerte sich und mir wurde übel. Kurz vor dem Lincoln Tunnel am Eingang von Manhattan war es dann so schlimm, dass ich die Augen schließen musste und mich nur noch darauf konzentrierte, mich nicht übergeben zu müssen. Von meiner Umgebung, der Stadt oder den Straßen bekam ich nichts mit. Aber es half nichts, kurz bevor wir beim Hotel ankamen, musste ich mich in eine Tüte übergeben.
Danach ging es dann aber schnell wieder besser. Beim Einchecken konnte ich schon wieder Koffer tragen. Das Hotelzimmer lag ganz oben im 22. Stock und war sehr klein. Allerdings war das Bett recht groß. Nachdem wir alle Koffer und Taschen abgestellt hatten, war praktisch überall nur ein schmaler Gang zum Gehen um das Bett herum und in Richtung Bad und Zimmertür. Aber ich hatte auch nichts anderes erwartet.

Es ging mir schon wieder deutlich besser, so dass wir gegen 19:15 Uhr noch einmal aufbrachen, die nähere Umgebung zu Fuß zu erkunden. Unser Weg führte uns die 5th Avenue herauf in Richtung Disney Store. Bettina hat sofort die ersten Souvenirs gekauft. Auf dem Rückweg schauten wir noch am Rockefeller Center vorbei. Hier war die Eisbahn schon präpariert und zahlreiche Gäste drehten ihre Runden.
Das Wetter war an diesem Tag ganz gut, ca. 12 Grad und trocken. Das ließ für die nächsten Tage hoffen. Das Spazierengehen an der frischen Luft tat uns beiden ganz gut, aber wir waren von der langen Reise und der Zeitverschiebung erschöpft.
Wieder im Hotel angekommen schauten wir noch ein wenig Fernsehen (natürlich Baseball) und gingen dann gegen 21:30 Uhr schlafen.

Freitag, 30. Oktober 2009:
Am Freitagmorgen wachten wir wie erwartet früh auf, so gegen 4 Uhr morgens. So ist das halt mit der Zeitumstellung. Gegen 4:40 Uhr standen wir auf und beschäftigten uns mehr schlecht als recht. Eins mussten wir aber feststellen: die Betten waren recht bequem und das Zimmer war erstaunlich ruhig. Weder von draußen noch aus dem Hotel heraus hörte man störende laute Geräusche. Pünktlich um 6 Uhr gingen wir zum kleinen Frühstücksbereich des Hotels. Hier gab es laut Beschreibung ein kostenloses „Continental Breakfast“. Unsere Erwartungen waren recht niedrig, wir kannten so etwas ja schon von vorangegangenen USA-Urlauben. Zu unserem Erstaunen war das Frühstücks-Angebot dann doch verhältnismäßig üppig. Es gab Tee, Kaffee, Wasser und Orangensaft, Müsli, Milch, Toast, Joghurt, Marmelade, Erdnuss-Butter, süße Teilchen und Bananen. Das meiste davon schmeckte sogar gut. Zusätzlich hatten wir uns das ein andere aus Deutschland mitgebracht (Vollkorn-Brot, Früchte-Müsli, Honig), so dass wir ein ziemlich leckeres und ausgiebiges Frühstück zu uns nehmen konnten. Wir mussten also nicht auf ein anderes Frühstücksangebot außer Haus des Hotels zurückgreifen, was wir vorher in Erwägung gezogen hatten.

Heute morgen stand für Bettina eine Outlet-Shopping Tour und für mich der Besuch der Marathon-Messe an. Zunächst brachte ich Bettina gegen 8:30 Uhr zum Bus Terminal, damit sie sicher den richtigen Bus fand, der zum Woodbury Outlet Center fuhr. Ich bin dann zu Fuß wieder zum Hotel und gegen 9:30 Uhr gemeinsam mit Roland und Angelika zu Fuß zur Marathon Expo gegangen. Dort angekommen, stellten meine beiden Begleiter fest, dass sie den notwendigen Reisepass im Hotel vergessen hatten. Ohne diesen sollte man seine Startunterlagen nicht bekommen. Also gingen die beiden wieder zurück. Ich hatte meinen Reisepass dabei und ging dann allein über die Messe. Auf der Messe war es schon ganz schön voll. Ich nahm erst die umfangreichen Startunterlagen entgegen und ging dann zum Shoppen an den zahlreichen Ständen. Insgesamt habe ich mich rund drei Stunden auf der Messe aufgehalten und drei Paar Schuhe sowie zahlreiche Lauf-Klamotten gekauft. Es war schon deutlich billiger als in Deutschland, da macht sich der gute Wechselkurs bemerkbar. Außerdem konnte ich nicht widerstehen und habe mir mehrere spezielle Souvenir-Artikel speziell zum New York City Marathon gekauft (alles Laufbekleidung).

Schwer bepackt machte ich mich wieder zu Fuß auf den Rückweg zum Hotel. Das Wetter war wieder prima, etwas wolkig, aber so rund 16 Grad. In der Sonne war es sogar etwas wärmer. Da Bettina von der Shopping-Tour noch nicht zurück war, machte ich mich so gegen 13:45 Uhr auf in Richtung Ground Zero, wo das ehemalige World Trade Center stand. Da Ground Zero in Downtown liegt, bin ich vom Times Square aus dorthin mit der Subway gefahren. Ground Zero fand ich aber enttäuschend. Außer einer großen Baustelle war nicht viel zu sehen. Mittlerweile hatte mich Bettina informiert, dass sie bald wieder im Hotel sein würde. So fuhr ich kurz darauf wieder mit der Subway in Richtung Times Square.

Im Hotel zeigten wir uns gegenseitig unsere Shopping-Errungenschaften. Auch Bettina hatte gut zugeschlagen. Sie war sehr zufrieden mit ihrer Outlet-Shopping-Tour.

Nach kurzer Zeit gingen wir wiederum zu Fuß gemeinsam Bummeln in Richtung Times Square und 42nd Street. Um 17:15 Uhr musste ich wieder am Pier 82 am Hudson sein, denn dann startete die interAir Manhattan-Schiffs-Tour (Bettina hatte die Tour nicht gebucht). Also wieder zu Fuß dort hin gelaufen. Hier wartete schon einige riesige Menschenmenge auf Einlass. Das waren alles Teilnehmer, vorwiegend Läufer, von interAir. Ich traf wieder die Bekannten aus dem Flugzeug. Auch auf dem Schiff ergab sich sofort mit meinen Platznachbarn ein Gespräch, so ist das halt unter Läufern.
Wir fuhren mit dem Schiff eine Runde um Manhattan und hatten ein paar schöne Aussichten auf die Stadt und die Freiheitsstatue. Hinter dem UN-Gebäude am East River drehten wir dann und machten uns auf den Rückweg. Unterwegs wurden uns noch fachkundige Informationen der beiden Laufexperten Wolfgang Münzel und Herbert Steffny für den Marathon gegeben. Ich hatte auch noch die Gelegenheit, persönlich mit Herbert zu sprechen und mir einige Tipps zu holen.
Um 19:35 Uhr legte das Schiff wieder an. Jetzt ging es für mich im Stechschritt wieder zurück in Richtung 42nd Street und Times Square, denn ich hatte mich für 19:45 Uhr dort mit Bettina am „Dallas BBQ“ Restaurant zum Essen verabredet. Das Essen dort war sehr lecker, typisch amerikanisch im Western-Stil gehalten. Außerdem gab es Riesen-Portionen. Ich hatte eine Combo aus Hühnerbrust, Steak und Spare Ribs mit scharfer Western-Soße, Folienkartoffel und Salat. Bettina hatte ein Steak mit Folienkartoffel und war damit sehr zufrieden.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Times Square, bevor wir im Hotel ankamen.

Samstag, 31. Oktober 2009:
Am Samstagmorgen bin ich wieder relativ früh gegen 4:30 Uhr aufgewacht, Bettina schlief etwas länger bis 5:30 Uhr. Wir waren wieder pünktlich um 6:00 Uhr beim Frühstück. Kurz vorher gab es einen Feueralarm im Hotel. Das vermeintliche Alarmzeichen war ein leises Klingeln oder Läuten für ca. 5 bis 10 Sekunden auf dem Flur gegen 5:55 Uhr. Wir waren uns über die Bedeutung dieses Geräusches erst gar nicht klar. Aber als wir den Fahrstuhl nehmen wollten, funktionierte dieser nicht. Also gingen wir das Treppenhaus hinunter. Auf Höhe des 5. Stocks kam uns ein Hotelangestellter ganz außer Atem entgegen und erklärte uns, dass alles in Ordnung sei. Es handelte sich um einen Fehlalarm. Als wir schließlich in der Hotellobby ankamen, fuhren auch schon mehrere Feuerwehrfahrzeuge vor und die Feuerwehrleute gingen in voller Montur ins Hotel. Nach wenigen Minuten rückten sie wieder ab und der Spuk war vorbei.
Wir ließen uns anschließend das gute Frühstück wieder schmecken und hatten natürlich einiges zu erzählen. Die meisten haben von dem Alarm nichts mitbekommen.
Um 8:00 Uhr war Treffpunkt am Hotel, um gemeinsam zum Start des Friendship-Run am UN-Gebäude zu gehen. Vor unserem Hotel warteten bestimmt 30 bis 40 Läufer, teilweise speziell gekleidet, um als Deutsche sofort erkannt zu werden. Auf dem Weg dorthin konnte ich wieder ein paar nette sportliche Fachgespräche führen. Auch das wellige Straßenprofil fiel mir besonders auf. Das konnte ja morgen für den Marathon ganz schön anstrengend werden. Im Startbereich war schon einige riesige Menschenansammlung. An der Kleidung der Läufer konnte man häufig erkennen, aus welchem Land sie stammten. Es war eine sehr fröhliche, lockere Stimmung unter den Teilnehmern. Es ging ja auch nicht um Zeiten, sondern eher um ein lockeres Zusammentreffen Gleichgesinnter. Der Sprecher begrüßte die Nationen einzeln und natürlich erfolgte von der entsprechenden Zielgruppe ein lauter Applaus bzgl. ein lautes Geschrei. Wir Deutsche waren sehr gut vertreten und stellten eine der größten Teilnehmergruppen.

Gegen 9:00 Uhr setzte sich dann die Masse langsam in Bewegung. Am UN Hauptquartier vorbei ging es ganz langsam über die 42nd Street und die 6th Avenue Richtung Central Park. Es war schon beeindruckend, die riesige Läufermasse sich bewegend auf den breiten Straßen vor sich zu sehen. Am Straßenrand standen ein paar Zuschauer und betrachteten interessiert das Geschehen. Aber anders als das hoffentlich morgen der Fall sein würde, gab es nur wenig Anfeuerungsrufe oder Klatschen. Insgesamt ging es sehr gemächlich vorwärts, aber trotzdem habe ich einige Läufer gesehen, die nach kurzer Zeit schon gegangen sind. Im Central Park kurz nach dem Ziel war dann ein riesiger Stau. Es gab Äpfel, Wasser und Bagels zur Stärkung. Nachdem ich mir ein Wasser und einen Apfel geschnappt hatte, machte ich mich gleich auf den Rückweg. Trotz des langsamen Tempos, das ich gelaufen war (rund 30 Minuten für ca. 3,6 km) schwitzte ich ziemlich, denn es war ziemlich schwül bei schon 15 Grad so früh am Morgen. Ich fühlte mich noch nicht ausgelastet, daher joggte ich den Großteil des Weges zum Hotel zurück, was bestimmt auch zwei Kilometer waren.

Nach der Dusche im Hotel fühlte ich mich wieder fit. Ich ruhte mich noch ein bisschen aus und traf schon die ersten Vorbereitungen für den Marathon morgen (Klamotten raussuchen, Startnummer beschriften und befestigen, Checkliste anlegen, etc.)
Um 13 Uhr wurden wir dann zur Stadtrundfahrt mit dem Bus abgeholt. Ehrlich gesagt, besonders interessant und spannend fand ich die nicht, aber ich habe zumindest ein paar Ecken New Yorks gesehen, die ich vorher noch nicht kannte. Außerdem musste ich nicht laufen, denn ich wollte mich vor dem Marathon ja schonen. Besonders erwähnenswert war noch, dass wir die 5th Avenue herunterfuhren, was ja auch unserer Marathon-Strecke so um Kilometer 35 entsprechen sollte. Hier war es doch ganz schön hügelig. Ich konnte mir jetzt schon ausmalen, wie anstrengend das werden würde so zum Ende des Rennens.
Außerdem sahen wir auf den Straßen zahlreiche Personen, die anlässlich des heutigen Halloween verkleidet waren. Auch einige Häuser waren entsprechend geschmückt. Das ist so ähnlich wie bei uns der Karneval.

Um 17:15 Uhr waren wir wieder im Hotel zurück. Danach haben wir uns gleich zur Pasta-Party im Zielbereich des Marathons im Central Park auf den Weg gemacht, natürlich zu Fuß. Ich hatte mich ziemlich darauf gefreut, mit anderen Läufern gemeinsam eine üppige Nudel-Mahlzeit mit musikalischer Untermalung zu mir zu nehmen. Auf dem Weg dorthin kamen uns schon mehrere Personen entgegen, die Tüten mit Nudel-Werbung („Barilla“) in der Hand hielten. Die kamen doch bestimmt von der Party.
Dort angekommen, stellten wir fest, dass bereits eine riesige Menschenschlange auf Einlass wartete. Wir stellten uns ans Ende und warteten ca. 5 Minuten. In der Zeit ging es praktisch kaum nennenswert vorwärts. Bei einer Schlangenlänge von geschätzt mehr als 200 Metern musste das ja ewig dauern, bis wir drin wären. So entschlossen wir uns schweren Herzens, ein anderes Restaurant aufzusuchen. Im oberen Teil des Broadways fanden wir dann einen Italiener mit angenehmer Atmosphäre, in einem einfachen Pizza-Restaurant wollten wir nicht essen. Das Essen war zwar gut, die Portionen aber nicht sehr üppig. Außerdem war es ziemlich teuer. So trauerte ich noch mehr der entgangenen kostenlosen Pasta-Party hinterher.

Auf dem Rückweg zum Hotel setzte dann Regen ein. Hoffentlich hörte es bis morgen wieder auf. Im Hotel traf ich dann noch letzte Vorbereitungen für den Marathon und wir schauten noch etwas Fernsehen. Um 22:00 Uhr gingen wir schließlich schlafen.

Sonntag, 1. November 2009:
Am Sonntag wachten wir beide gegen 4:30 Uhr auf. In der Nacht erfolgte hier in den USA die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit, so hatten wir eine verlängerte Nachtruhe. Um 4:45 Uhr stand ich dann auf und begann mit den Marathon-Vorbereitungen. Zunächst aß ich meine mitgebrachten Reis-Schnitten mit Honig, dann noch einen Powerbar-Riegel und eine Banane, dazu noch viel trinken.
Um 5:45 Uhr war Abfahrt mit dem Bus vom Hotel. Eine so frühe Abfahrtzeit ist notwendig, weil die einzig zum Startgelände führende Brücke um 7:00 Uhr geschlossen wird. Insgesamt fuhren von unserem Hotel ca. 80 Läufer mit zwei Bussen. Im Bus herrschte eine gespannte Ruhe. Draußen war es noch dunkel, das Wetter war recht frisch und es regnete leicht. Ich hoffte darauf, dass zumindest der Regen aufhören würde. Auf den Straßen war für diese frühe Uhrzeit am Sonntagmorgen relativ viel los, wie ich fand. Ich vermute, das hängt mit dem Marathon zusammen. Im Bus mussten nach 45 Minuten Fahrzeit die Ersten schon auf Toilette, das war bestimmt die Aufregung.
Jetzt wurde es langsam hell und der Regen schwächer. Irgendwann fuhr der Bus auf die Verrazano-Narrows Bridge. Über die mussten wir ja kurz nach dem Start laufen. Es war beeindruckend, der Puls stieg schon an. Aber ich sah auch, wie es hier ordentlich hoch und wieder runter ging. Das hat man im Fernsehen so vorher nicht gesehen. Naja, auf den ersten Kilometern steckt man so eine Steigung noch weg, aber nach Kilometer 30 sind solche Steigungen brutal hart. Im Central Park sollte mich ja noch der ein oder andere Hügel erwarten.

Gegen 6:45 Uhr erreichten wir das Startgelände. Es hatte praktisch aufgehört zu regnen, aber es war doch ganz schön frisch. Ich hatte bereits ein altes Fleece-Shirt und eine alte Jogging-Hose über meine geplante Laufbekleidung angezogen. Das wollte ich kurz vor dem Start dann entsorgen. Zusätzlich zog ich noch den Plastik-Warmhalte-Sack von interAir über, der auch einen Schutz vor eventuellem Regen bieten sollte. Schon kurz nach dem Aussteigen aus dem Bus standen an der Seite mehrere junge Helfer, die lauthals „cheerten“, uns also mit Schreien anfeuerten. Dabei hatten wir doch noch gar nichts geleistet.

Mit Angelika und Roland ging ich gemeinsam in den Startbereich grün. Der Start war in drei Startbereiche zu je drei Startwellen aufgeteilt. Jede einzelne Welle startete mit 20 Minuten Abstand zueinander. Die unterschiedlichen Startbereichen liefen unterschiedliche Strecken über die Brücke und die ersten 3 Meilen, dann wurde das Feld wieder zusammengeführt. Mein Startbereich grün sollte auf der unteren Brückenebene über die Verrazano Bridge laufen.
Bis zum Start der ersten Welle um 9:40 Uhr war es noch lange hin. Im Startbereich gab es für alle Läufer kostenlos Wasser, Tee, Kaffee und Gatorade sowie Powerbar und Bagels. Ich nahm noch ein Powerbar und zwei Bagels sowie ausreichend Wasser zu mir. Außerdem legte ich mir noch einen kleinen Vorrat in meinem Kleiderbeutel für die Zeit nach der Zielankunft an. Man weiß ja nie, was noch kommt.

Jetzt musste ich mir einen Platz zum Warten suchen. Es war ein kleines Zelt aufgestellt, aber das war schon voll besetzt. Die Mehrzahl der Läufer suchte sich bereits einen Platz im Freien. Manche Läufer hatten Schlafsäcke und Iso-Matten mit und machten es sich so bequem. Alle waren dick angezogen, um nicht zu frieren. Ich setze mich an einen Zaun in der Nähe des Zeltes, so konnte ich mich zumindest anlehnen. An eine Zeitung zum Unterlegen hatte ich zum Glück gedacht, sonst wäre es auf dem Rasen von unten doch recht kühl und feucht geworden. Insgesamt war es nicht mollig warm, aber ich fror auch nicht, es war so an der Grenze. Die Temperatur war so um die 10 Grad und es war leicht windig.

Durch Zufall saß neben mir ein älteres Pärchen aus Bremen, das schon mehr als 10 mal am New York City Marathon teilgenommen hat. Wir unterhielten uns über verschiedene Themen, meist aber über den Marathon. Die Zeit verging relativ schnell.

Gegen 8:00 Uhr erschien dann eine Helferin und gab bekannt, dass für Läufer der ersten Welle die Kleiderbeutel bis spätestens um 8:15 Uhr abgegeben sein mussten. Das war früher als ich erwartet hatte, aber so begann ich jetzt die letzten Rennvorbereitungen. Ich zog mich aus, klebte die Brustwarzen ab, legte den Pulsmesser an und rieb die empfindlichsten Stellen mit Vaseline ein. Doch was sollte ich zum Rennen anziehen? Ich entschied mich für eine Running Short und ein Singlet ohne Unterhemd. Das war bestimmt am Anfang etwas kühl, aber ich rechnete damit, dass mir später in der Stadt zwischen den vielen Hochhäusern und nach einer längeren Laufzeit deutlich wärmer werden würde. Ich behielt nur noch mein Fleece-Shirt und den Plastik-Sack an, die Beine waren schon unverhüllt. So gab ich dann den Kleiderbeutel ab. Gegen 8:30 Uhr kam dann schon die Ansage, dass sich die Läufer der ersten Startwelle in den Startbereich begeben sollten. Gegen 9:05 Uhr wurde dieser dann geschlossen. Wer noch später kam, musste auf die zweite Welle warten. Also ging ich in meinen Startblock. Hier stand ich so ziemlich in der Mitte im Block D (der 4. von 7). Jetzt war es noch eine Stunde bis zum Start. Im Startblock traf ich noch drei weitere deutsche Starter, die über interAir gebucht hatten. Die waren ja alle an demselben Plastiksack zu erkennen. Ich unterhielt mich gut mit ihnen, und so ging die Zeit schnell vorbei. So gegen 9 Uhr ging ich schnell noch auf ein Dixie-Klo, um zu vermeiden, dass ich unterwegs austreten muss. Gegen 9:15 Uhr durften wir dann auch schon die ersten Meter in Richtung Brücke gehen, spätestens jetzt war der Startbereich für die erste Welle abgeriegelt. Nach und nach ging es in einzelnen Etappen Richtung Brücke. Eine riesige Läufermasse walzte sich langsam in Richtung Start. Auch aus den anderen Startbereichen blau und orange konnte ich die Läufer langsam dem Start entgegenstreben sehen.
So gegen 09:35 Uhr erfolgten dann einige offizielle Ansagen und natürlich wurde auch die obligatorische amerikanische Nationalhymne live gesungen. Ich stand jetzt ca. 50 Meter von der Startlinie entfernt. Jetzt zog ich auch die letzten überflüssigen Kleidungsstücke aus. Mit leichtem Trippeln und Hüpfen auf der Stelle hielt ich mich warm.

Dann hörte ich das Starthorn und es ging los. Nach ca. zwei Minuten konnte auch ich mich langsam gehend nach vorn bewegen. Auf der Startlinie wurde dann natürlich meine Uhr abgedrückt. Meine Marschroute war wie folgt: Ich wollte es relativ locker angehen lassen, damit ich die einmalige Strecke und Stimmung genießen konnte. Wenn ich am Anschlag auf Bestzeit laufen würden, würde ich in der zweiten Hälfte davon garantiert nicht mehr viel mitbekommen. Statt der bei Vollgas erreichbaren 3:25 strebte ich eine Zeit von 3:45 Std. an. Wenn es sein musste, würde ich auch langsamer machen, aber eine Zeit unter 4 Std. sollte schon herauskommen. Dementsprechend hatte ich mir ein Pace-Armband besorgt, das auf eine Endzeit von 3:45 hinauslief. Hierzu musste ich die Meile in 8:34 Minuten laufen. In USA wurden die einzelnen Abschnitte ja in Meilen gemessen, daher musste ich auch die Zwischenzeiten in Meilen angeben. Das Tempo entsprach ungefähr einem Schnitt von 5:20 Minuten pro Kilometer.

Eine weitere Frage war, wie sich meine leichte Erkältung und die Probleme mit der Ferse auswirken würden. Mein Ferse hatte ich in der letzten Woche kaum gespürt, aber da bin ich ja auch wenig gelaufen.

Aber jetzt ging es ja schon auf die ersten Meter über die Verrazano Bridge. Die Straße war sehr breit, so dass ich schon von Beginn an nahezu unbehindert mein Tempo laufen konnte. Das war schon ein schöner Unterschied zu Paris, da war es ja auf den ersten Kilometern doch ziemlich eng. Wir liefen auf der linken Seite der unteren Ebene. Schräg links konnte man weit entfernt die Skyline von Manhattan sehen. Da mussten wir hin. Das war noch ein ganzes Stück Arbeit.
Jetzt musste ich erst einmal die Brücke hoch. Das war schon ein ernstzunehmender Anstieg. Ich ging es locker an und wollte mich nicht überanstrengen. Das Laufen fiel mir sehr leicht, aber es war ziemlich windig. So fröstelte ich ein wenig. Ich war ja auch noch nicht richtig warm. Ungefähr in der Mitte der Brücke sollte die erste Meilenmarkierung sein. Ich hielt nach ihr Ausschau, konnte aber nichts erkennen. Am Anfang war es ja wichtig, das Tempo richtig zu wählen und insbesondere nicht zu schnell anzugehen. Einige „Läufer“ sah ich schon über die Brücke zügig gehen, da war ich dann aber doch etwas überrascht.

Am Ende der Brücke kam dann die Meile 2. Die Uhr zeigte 16:50 min. an, also etwas schneller als die Vorgabe. Das Laufen war ganz locker wie im Training, so sollte es auch bleiben. Schneller sollte ich aber auch nicht werden. Nach der Brücke und auf den ersten Meilen standen nur vereinzelt Zuschauer. Hier war das Läuferfeld ja auch noch geteilt. Die grüne Startgruppe lief eine andere Strecke als die anderen beiden Gruppen. Zwischen Meile 3 und 4 vereinigten sich dann die Läuferfelder wieder. Wir liefen nun kilometerlang geradeaus die 4th Avenue in Brooklyn entlang. Hier standen schon dicht an dicht auf beiden Seiten der Straße Leute, die auch lautstark die Läufer anfeuerten. Die Straße war sehr breit, also war Platz für alle. Hier bekam ich nun den ersten Motivations- und Euphorie-Schub. So früh im Rennen kilometerlang dicht an dicht Personen am Rand, die schier aus dem Häuschen zu sein schienen. Dazu etwa alle fünfhundert Meters laute Musik von Bands und DJs. Das war einfach toll. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Es gab hier praktisch keinen Meter wo nicht Leute an der Strecke standen. Und die Leute schauten nicht nur oder klatschten einfach, sie hatten Tröten, Glocken und Ratschen dabei und/oder schrien sich die Lunge aus dem Hals. Das machte wirklich Spaß. Manchmal war der Lärm ohrenbetäubend laut.

Bei Meile 4 nahm ich dann das erste Mal die Verpflegungsstation in Anspruch. Ich trank zwei Becher Gatorade. In New York gibt es ja an jeder Meile Verpflegung, allerdings nur Getränke, nichts Festes wie etwa Bananen. Ich nahm mir vor, alle 4 Meilen etwas zu trinken. Der Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich immer noch viel zu schnell unterwegs war (Meilenschnitt von 8:10 bis 8:15), dabei hatte ich schon gefühlsmäßig ein ganz lockeres Tempo. Ich schwebte ja schon fast dahin. Ich versuchte, noch etwas defensiver zu laufen. Die 4th Avenue in Brooklyn verläuft über rund 6 Kilometer praktisch nur geradeaus. Sie war etwas wellig, so dass man häufig vor sich das riesige Läuferfeld sehen konnte.

Das war schon klasse, mitten in so einer Läufermasse zu sein, und vom Straßenrand ständig angefeuert zu werden. Das war ein Genuß, so über die Strecke zu laufen, zumal ich praktisch anstrengungsfrei lief. Nach einiger Zeit wechselte ich die Straßenseite und orientierte mich mehr zum linken Rand. Jetzt hatten mich die Zuschauer mehr im Blick. Die Massen an den Rändern wurde gar nicht weniger, es war praktisch keine Lücke zu sehen. Und die Fans am Rand kreischten und schrien enthusiastisch, man wurde praktisch nach vorne gepeitscht, es ging gar nicht anders.
Da ich nun am Rand lief, hörte ich öfter „Come on Deutschland“ im amerikanischen Zungenschlag („Deutschlääänd“). Das galt wohl mir, da ich ein Shirt mit der großen Aufschrift „Deutschland“ und der deutschen Flagge trug. Ich grüßte in die Richtung zurück, aus der der Ruf kam. Das passierte so ungefähr alle hundert Meter einmal. Variationen war auch „That’s great, Deutschland“ oder „You’re looking good, Deutschland“ oder einfach nur „Deutschland“. Vereinzelt waren auch muttersprachliche Deutsche unter den Anfeuernden, was ich aus einem akzentfreien „Deutschland“ schloss.

Ich fühlte mich super, im Nu kam KM 10 kurz nach Meile 6. Ich war noch total locker. Kurz nach der Verpflegung bei Meile 8, die ich wieder in Anspruch nahm, erfolgte dann die erste größere Kurve der Strecke. Wir verließen die 4th Avenue und wechselten auf eine schmalere Straße. Hier standen jetzt die Leute noch dichter gedrängt, es war praktisch eine kilometerlange 2er oder 3er Reihe auf jeder Seite der Straße. Entsprechend war der Lärm, den sie machten. Durch die enge Straße wirkte das dann noch lauter. Mann, war das ein tolles Gefühl. Ich schwebte immer noch auf Wolke sieben. Die Zwischenzeiten waren immer noch so um die 8:15 pro Meile, an den Stellen wo ich Verpflegung aufgenommen hatte, natürlich etwas langsamer, da ich zum Trinken immer kurz ging.

Bald kam der Stadtteil mit den Juden, den ich bereits aus dem Fernsehen kannte. Hier standen sie zahlreich an der Straße, gaben aber keinen Laut von sich. Nicht mal klatschen taten sie. Das dauerte aber nur ein bis zwei Kilometer, danach war wieder die schon die gewohnte Zuschauerdichte mit den lauten Anfeuerungsrufen. Etwa alle 500 Meter war ein „Entertainment Point“, bei dem entweder Live-Musik gemacht wurde oder ein DJ mit fetziger Musik einheizte. Immer wieder boten einzelne Zuschauer am Rand den Läufern diverse Dinge an, entweder Bananen oder Orangen, aber auch Kleenex und Mineralwasserflaschen. Das war schon eine Show. Und immer wieder hörte ich „Deutschland“ Rufe, meist mit amerikanischem Akzent. Ich winkte dann meist immer in die Richtung, aus der die Rufe kamen. Das machte Richtig Spaß, hier zu laufen.

Bald kam schon die 15 KM Marke und etwas später dann auch die 20 KM Marke. Ich fühlte mich immer noch sehr frisch und locker. Es war fast wie im Training, kaum eine echte Anstrengung war zu spüren. Ich merkte weder meine leichte Erkältung, noch meine Ferse. Die Meilen lief ich weiterhin deutlich schneller als meine Marschroute, so zwischen 08:15 und 08:20. Mittlerweile hatte ich ein schönes Polster herausgelaufen. Immer noch standen die Zuschauer dicht an dicht und machten einen Höllen-Lärm.

Wir näherten uns nun der Halbmarathon-Marke. Diese lag ja auf der Pulaski-Bridge. Hier ging es natürlich auch wieder einen kleinen Anstieg hoch, aber diesen empfand ich nicht so anstrengend. Die Halbmarathon-Markte passierte ich in rund 1:48:40. Wenn ich diesen Schnitt halten würde, käme eine Zeit um die 3:37 heraus, auf eine 3:45 er Zielzeit hatte ich mittlerweile knapp vier Minuten Puffer. Das war schon beruhigend und ich fühlte mich gut.

Die Brücke war nicht so lang wie die Verrazano Narrows Bridge direkt nach dem Start. Es war aber irgendwie komisch hier, da eine absolute Stille herrschte. Man hörte nur die Schritte und das Atmen der Läufer, denn auf der Brücke waren keine Zuschauer erlaubt. Bald sollte ich auch den ersten vereinbarten Fotopunkt erreichen. Hier wartete ein Fotograf von interAir. Wenn man die Fahne von weitem sah, sollte man durch Winken auf sich aufmerksam machen.
Der Fotograf stand etwas weiter hin als gedacht, aber ich habe ihn schon von weitem entdeckt. Man wurde gleich auf mich aufmerksam und so konnten ein paar schöne Fotos gemacht werden.

Wir befanden uns jetzt im Stadtteil Queens. Auch hier ein unverändertes Bild. Dicht gedrängt standen die Zuschauer, häufig sogar in mehreren Reihen hintereinander. Sie feuerten die Läufer unermüdlich an, da musste man einfach Gas geben. Und immer noch fühlte ich mich gut und locker.

Von weitem sah ich durch ein paar Häuserlücken schon die nächste Brücke, die berüchtigte Queensboro Bridge. Nach einer guten Meile hatte ich sie dann vor mir. Wir liefen auf der unteren Ebene, auch hier waren wieder keine Zuschauer erlaubt. Man merkte gleich, wie der Wind hier stärker wehte, es war etwas frisch. Die Brücke zog sich ganz schön in die Länge, insgesamt ungefähr eine Meile, und es ging zu Beginn ganz schön hoch. Ich musste nun doch etwas drücken, ganz locker ging das nicht mehr. Ich sah schon zahlreiche Läufer rechts und links gehen oder am Brückengeländer Dehnübungen machen. Ungefähr in der Mitte der Brücke war die 25 KM Marke erreicht. Insgesamt fühlte ich mich trotzdem noch sehr gut.

Bald erreichten wir den Punkt an der Strecke, der vielleicht am eindrucksvollsten war: schon 100 oder 200 Meter bevor die Brückenrampe zu Ende war, hörte man schon ein komisches Rauschen. Je näher man kam, desto deutlicher wurde dann klar, dass es die Menschenmassen waren, die uns grölend und schreiend am Eingang von Manhattan erwarteten. Am Ende der Brücke war ein Lärm wie in einem Fußballstadion, mir lief erneut ein Schauer über den Rücken. Wir kamen die Rampe runter und mussten in eine Linkskurve, die schließlich in der 1st Avenue mündete. Allein hier waren bestimmt mehrere tausend Zuschauer. Sie standen in 10er Reihen oder mehr. Was war das für ein Gefühl! In dem Moment vergisst du alles, jegliche Anstrengung, man spürt nur Endorphine pur.

Natürlich fühlte ich mich gut, aber nicht nur wegen der Zuschauer. Ich war nur wenig erschöpft, obwohl ich ja schon mehr als 25 Kilometer in den Beinen hatte. Auf der 1st Avenue ging es dann mit der tollen Stimmung so weiter. Die Straße war breit mit 5 oder 6 Fahrspuren, aber links und rechts waren eng gedrängt in mindestens drei Reihen hintereinander die Zuschauer. Jeder einzelne von Ihnen gab sein bestes und klatschte, schrie oder kreischte sogar (typisch amerikanisch halt). Und ich hörte natürlich auch hier immer wieder Rufe wie „You’re looking good, Deutschland“ oder „Keep on running, Deutschland“. Ich war immer noch fit, also winkte ich meist zurück.

Ich hielt mich nun auf der linken Seite, da ich wusste, dass Bettina nach Meile 17 auf der 1st Avenue auf der linken Seite auf mich wartete, wieder bei der InterAir-Fahne. Und auch diesmal sah ich die Fahne und Bettina schon von weitem. Ich lachte sie an und riss die Arme hoch. Sie konnte ein paar Fotos machen. Ich war etwas eher dran als erwartet. Ich bin so schnell vorbeigelaufen, da habe ich dann glatt vergessen, Bettina etwas zuzurufen. Aber sie hat bestimmt auch so gemerkt, dass ich sehr gut drauf war und alles prima lief. Nun ging es die First Avenue noch weiter hinauf. Sie war etwas wellig, so konnte man häufig vor sich das Läuferfeld sehen. Jetzt merkte ich so langsam aber doch etwas in meinen Beinen. So ganz locker ging das nicht mehr. Das Laufen war nun anstrengender. Meine Meilenschnitte blieben aber dennoch so um die 8:20 Minuten. Also alles im grünen Bereich.

Nach einiger Zeit kam dann die 30 KM Marke. Hier beginnt dann ja erst der Marathon so richtig. Da ich nun doch die Anstrengung merkte, war ich etwas verunsichert. Würde ich noch einen größeren Einbruch erleiden, oder konnte ich die verbleibende Strecke einigermaßen gut absolvieren? Mal sehen, was noch kommt.

Nach Meile 19 kam dann die vierte und vorletzte Brücke zwischen Manhattan und der Bronx. Die war kurz und vergleichsweise flach. In der Bronx war die Zuschauerresonanz und die Stimmung nicht ganz so gut wie zuvor, aber immer noch okay. Kurz nach Meile 20 nahm ich die letzte Verpflegung auf, danach wollte ich nichts mehr trinken. Bei Meile 21 lief ich über die letzte Brücke wieder nach Manhattan hinein.
Hier begrüßte uns ein DJ mit fetziger HipHop Musik und den Worten „Welcome to Manhattan! Great job, you’re almost there“. Hier standen die Zuschauer auch gleich wieder dichter. Kurz darauf bog ich auf die 5th Avenue ein. Die führte ja zum Central Park und dann ins Ziel.

Ich lief an der 35 KM Marke vorbei. Mittlerweile war das Laufen noch etwas schwerer geworden. Im Kopf zählt ich schon die Kilometer rückwärts. Noch etwas mehr als 7. Das wäre auch noch zu schaffen. Gefühlsmäßig wurde ich langsamer, aber ich lag immer noch im Bereich von 8:20 Minuten pro Meile. Um das Tempo zu halten, musste ich mich nun doch ziemlich anstrengen. Mittlerweile war ich auch schon drei Stunden laufend unterwegs.

Von weitem konnte ich bereits die Spitze des Empire State Buildings sehen, aber das war noch weit entfernt. Etwas später erreichten wir den Rand des Central Parks, jetzt war es wirklich nicht mehr weit, so ungefähr noch 5 Kilometer. Aber jetzt sollte ja der schwerste Teil der Strecke kommen. Kurz vor Meile 23 ging es dann auch mit einem leichten Anstieg los, der sich über fast eine Meile hinzog. Im einigermaßen ausgeruhten Zustand würde man über die Steigung lächeln, aber nach fast 40 Kilometer tat das nun richtig weh. Hier musste ich nun fast bis an die Grenze gehen. Links und rechts sah ich immer mehr Läufer gehen, aber davon war ich noch weit entfernt.
Und außerdem war ja da noch die Unterstützung der Zuschauer, die immer noch in mehreren Reihen praktisch lückenlos am Rand standen, und alles dafür taten, dass wir Läufer motiviert wurden. Man hörte Glocken, Tröten, Trommeln und natürlich das Schreien der Leute.
Aber schließlich ließ ich den Anstieg hinter mir und die Strecke verlief wieder flach. Kurz darauf verließen wir die 5th Avenue und wir bogen in den Central Park ein. Hier irgendwo sollte Bettina ein weiteres Mal auf mich warten. Im Central Park waren die Zuschauer dann noch dichter gedrängt und dementsprechend war auch der Lärm. Zudem war die Straße schmaler. Immer mehr Läufer legten nun erschöpft eine Laufpause ein. Im Central Park ging es munter hoch und runter. Die Steigungen taten nun in den Beinen weh, aber so richtig am Limit fühlte ich mich nicht. Ich war zwar ziemlich kaputt, es ging aber dennoch noch einigermaßen.
Auch hier hörte ich nun ganz oft „Deutschland“ Rufe, aber ich war nun so erschöpft, dass ich nicht mehr zurückwinken wollte bzw. konnte. Die Stimmung war dennoch grandios. So richtig aufnehmen konnte ich das nicht mehr, dafür war ich jetzt zu kaputt.

Wieder sah ich Bettina schon von weitem. Ich winkte ihr zu und sie machte ein paar Fotos. Jetzt war es nicht mehr weit, noch gute 2 Kilometer. Aber wie schon gesagt, im Central Park geht es munter auf und ab, da musste ich nun alles geben, um das Tempo zu halten. Eigentlich war es mir nun egal, welchen Meilenschnitt ich lief, ich wollte nur einigermaßen ins Ziel kommen, ohne mich total quälen zu müssen. Erstaunlicherweise kamen aber trotz der hügeligen Strecke immer noch Zeiten von unter 8:30 pro Meile heraus.

Bald verließen wir den Central Park an der Ecke zur Fifth Avenue, um den letzten Streckenabschnitt anzugehen. Das Schild „1 Mile to go“ hatte ich schon hinter mir gelassen. Hier waren dann noch viel mehr Zuschauer als zuvor. Der Lärm war ohrenbetäubend. Ich lief nun fast wie im Rausch. Es ging nun zwar noch leicht bergauf, aber trotzdem kamen schon die ersten Ziel-Endorphine hoch. Ich war fast im Ziel. Die Menschenmassen trieben einen vorwärts, da konnte man nicht anderes machen als laufen. Trotzdem gab es auch hier natürlich einige Läufer, die gingen.

Dann kam bald die letzte Kurve am Columbus Circle, wir bogen wieder auf die etwas kurvige Zielgerade im Central Park ein. Wir erreichten die Marke „26 Miles“. Diese Szene kannte ich nun schon aus dem Fernsehen. Links uns rechts der Strecke hinter der Absperrung reihten sich die Zuschauer auf, in Fünfer-Reihen und mehr. Es war ein Lärm wie im Fußballstadion. Man wurde praktisch ins Ziel getragen. Kurz danach kamen auch schon die Zuschauertribünen, die voll besetzt waren. Es ging noch einmal eine letzte knackige Steigung hoch, aber auch das sollte jetzt kein Hindernis mehr sein. Schließlich sah ich die Ziellinie mit der Uhr. Glücklich, aber kaputt überquerte ich den Zielstrich und stoppte die Uhr. Sie zeigte 3:38:48 Std. an. Das war doch schneller als geplant.
Am nächsten Tag wurden sogar die Namen, Zeiten und Platzierungen aller Finisher in der New York Times abgedruckt. Dadurch habe ich dann erfahren, dass ich ungefähr Platz 7400 von über 42000 Finishern belegt habe.

Der Marathon in New York war nicht ganz so hart wie die anderen, ich musste nicht bis ans Limit gehen, aber es war doch anstrengender als gedacht. Aber ab KM 30 oder spätestens bei KM 35 musste ich doch ganz schön an die Reserven gehen.

Im Ziel bekamen wir unsere Medaille und die Warmhaltefolie. Nach wenigen Minuten war ich schon wieder ganz gut erholt, wenngleich ich natürlich immer noch ein wenig unrund ging. Den Muskeln war die Anstrengung doch deutlich anzumerken. Auf der engen Straße im Central Park bewegte sich nun die Läufermasse ganz langsam in Trippelschritten vorwärts. Ich sah den ein oder anderen Läufer, der aufgrund der Anstrengung nicht mehr gehen konnte und ärztlich versorgt werden musste. Die ärztliche Betreuung war bestens organisiert, soweit ich das erkennen konnte. Insgesamt war es aber ein lustiges Bild, das sich mir darbot. Ein gleichförmig gekleideter Läuferstrom, denn alle hatten die Wärmefolie übergezogen, bewegte sich dicht gedrängt langsam im Central Park.

Wir bekamen auch einen Verpflegungsbeutel mit Getränken, Powerbar, einem Apfel und einem Bagel. Ich nahm gleich ein Getränk und ein Powerbar zu mir, um meine Energiespeicher so schnell wie möglich wieder aufzufüllen.

Jetzt ging es an den UPS-Trucks vorbei, die eng geparkt am Straßenrand standen und unsere Kleiderbeutel enthielten. Die hohen Wagen mit den hohen Startnummern der dritten Starterwelle kamen zuerst. Wir mit den niedrigen Startnummern mussten ziemlich bis zum Ende laufen. Das dauerte und dauerte bei der langsamen Fortbewegungsgeschwindigkeit. Doch letztlich bekam ich dann auch meinen Kleiderbeutel wieder. Hier traf ich dann auch den Laufkollegen vom Startblock wieder, der auch mit interAir gereist ist. Er war auch zufrieden über seine 3:40 er Zeit.

Gemeinsam gingen wir nun langsam zum interAir Treffpunkt nach dem Ziel. Das hieß wieder fast einen Kilometer zurück laufen. Glücklich schloss ich dann Bettina wieder in die Arme. Ich unterhielt mich noch kurz über die Erlebnisse mit den wenigen anderen interAir-Läufern, die schon im Ziel waren, machte noch ein kurzes Schwätzchen mit Herbert Steffny, und dann ging es aber ab in Richtung Hotel.

Wir gingen natürlich zu Fuß. Das langsame Gehen ging schon wieder ganz gut. Stolz trug ich meine Medaille spazieren. Und ich habe keine Verletzung oder Blessuren davon getragen, diesmal keine Blase am Fuß und auch die Ferse machte sich nicht bemerkbar. Also alles prima.

Im Hotel ging ich dann gleich unter die Dusche. Das tat so richtig gut. Danach fühlte ich mich schon wieder richtig fit. So gegen 16:00 Uhr ging ich mit Bettina dann auch schon wieder langsam zu Sightseeing bzw. Shoppen. Auf der 5th Avenue gingen wir zunächst zu Starbuck’s etwas trinken und dann später noch zum Disney Shop. Dann wurde es auch schon dunkel. Auf der Straße sahen wir immer noch Läufer, die mit Medaille und Warmhaltefolie auf dem Rückweg vom Marathon waren. Die waren wohl deutlich länger als ich unterwegs. Das Ziel ist in New York ja um die 10 Stunden geöffnet.

Am Abend aßen wir dann noch beim Mexikaner. Hier konnte ich wieder Kohlenhydrate bunkern. Nach einem kleinen Abstecher zum Times Square ging es dann wieder zum Hotel zurück. Das Gehen klappte schon wieder ganz gut, wenngleich Bettina sagte, dass ich noch nicht wieder ganz rund gehe.

Abends trafen wir uns dann noch zur interAir After-Run-Party in einem irischen Pub. Hier waren über hundert Läufer und Anhänger und feierten ihren Erfolg. Alle waren gut durchgekommen. Man tauschte sich über Ergebnisse und Erlebnisse lebhaft aus. Es herrschte eine fabelhafte Stimmung. Herbert Steffny berichtete noch einmal kurz über die Ergebnisse des Tages, und anschließend gab es noch eine Verlosung. Hier hatte ich sogar das Glück, einen Startplatz für den Hamburg Marathon zu gewinnen.

So gegen 22:00 Uhr gingen wir wieder dann zurück ins nahe Hotel. Im Bett zog ich dann noch ein kurzes Fazit des Tages. Der Marathon war super gelaufen, ich konnte einigermaßen locker meine Vorgabe erfüllen, nur zum Ende hin war es etwas schwerer als ich erwartet hatte. Die Stimmung war super, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Insgesamt war das ein einmaliges Erlebnis, das ich mein Leben lang sicher nicht vergessen werde.

Meile Meilen-Schnitt Gesamt-Zeit Puls Bemerkung
1 -
2 16:51 0:16:51 157
3 08:15 0:25:05 152
4 -
5 16:16 0:41:21 152 Verpflegungsstelle
6 08:09 0:49:30 149
7 08:13 0:57:43 149
8 08:21 1:06:04 150
9 08:16 1:14:20 153
10 08:12 1:22:31 147
11 08:30 1:31:02 150 Verpflegungsstelle
12 08:23 1:39:25 146
13 08:16 1:47:41 151
14 08:22 1:56:03 152
15 -
16 16:51 2:12:54 154 Verpflegungsstelle
17 08:22 2:21:15 151
18 08:10 2:29:25 153
19 08:19 2:37:44 153
20 08:31 2:46:15 153
21 08:44 2:55:01 156 Verpflegungsstelle
22 08:17 3:03:18 156
23 08:17 3:11:35 160
24 08:29 3:20:04 159
25 08:28 3:28:31 158
26 08:24 3:36:55 170
26,2 01:52 3:38:46 170

Montag, 2. November 2009:
Wir wachten natürlich wieder früh auf, so gegen 5:00 Uhr. Pünktlich um 6:00 Uhr waren wir wieder beim Frühstück. Ich griff in großer Menge und mit Genuss zu. Wir trafen auch wieder Roland und Angelika. Sie sind gut durchgekommen und waren ebenfalls begeistert vom Marathon.

So gegen 7:15 Uhr gingen wir dann bereits zu Fuß wieder in den Marathon-Zielbereich am Central Park. Hier sollte es spezielle Angebote für Marathon-Finisher geben. Trotz der frühen Uhrzeit war hier schon eine Schlange. Ich kaufte eine Jacke und ein Running-Cap mit der Aufschrift „Finisher New York City Marathon 2009“. Man konnte auch seine Medaille gravieren lassen und andere Souvenirs kaufen.

Den Rückweg zum Hotel traten wir teilweise mit der Subway an, denn wir wollten heute noch einiges in New York besichtigen. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel gingen wir dann zunächst zum Rockefeller Center, um von der Aussichtsplattform das Panorama von Manhattan zu genießen.
Anschließend fuhren wir nach einem kurzen Zwischenaufenthalt an der 5th Avenue in der Nähe des Empire State Buildings mit der Subway zum Ferry Terminal an der Südspitze Manhattans. Während der Überfahrt mit der Staten Island Ferry konnten wir uns die Freiheitsstatue aus der Nähe ansehen. Das Wetter war an diesem Tag prima. Es war so um die 12 bis 13 Grad und nur leichter Wind. Ab und zu kam sogar die Sonne heraus.

Danach begaben wir uns zu Fuß zur Brooklyn Bridge und weiter nach Chinatown. In den kleinen Gassen konnten wir ein bisschen authentisches chinesisches Flair schnuppern. Mit der Subway ging es dann wieder zurück Richtung Fifth Avenue. Bettina gönnte sich noch einen Latte Macciato bei Starbuck’s und dann ging es noch zu FAO Schwarz, dem großen Spielzeug-Kaufhaus.

Hier muss ich jetzt noch eine kleine Anekdote einschieben. Auf den Straßen sahen wir ganz häufig Personen, die immer noch stolz ihre Finisher-Medaille spazieren trugen, und das allerdings in normaler Straßenkleidung. Das fanden wir dann doch ein bisschen übertrieben. Wir sahen aber auch viele andere Personen, von den wir vermuten, dass sie ebenfalls den Marathon gelaufen waren. Manche erkannte man an der Bekleidung mit der Aufschrift „New York City Marathon“, andere nur an den Laufschuhen, und wiederum andere an dem humpelnden Gang.

Unser Tour war damit aber noch nicht zu Ende. Wir gingen weiter zu Fuß zum Times Square und suchten uns ein nettes Restaurant am Broadway, wurden aber nicht fündig. Letztendlich kehrten wir bei einem Italiener an der 42nd Street ein.
So gegen 19 Uhr erreichten wir wieder das Hotel. Bettina fing nun schon an, die ersten Sachen zu packen, ich schaute noch etwas Baseball und lies gleichzeitig auch noch eine Zeitschrift.

Dienstag, 3. November 2009:

Heute war unser Abreisetag. Wieder wachten wir so gegen 5 Uhr morgens auf. Um 6 Uhr ging es dann wie immer zum Frühstück. Wir ließen es heute etwas gemütlicher angehen und genossen das Essen in aller Ruhe.
Nach dem Frühstück packte Bettina den Rest der Koffer. Sie waren nun deutlich mehr gefüllt als auf der Hinreise, aber das hatten wir ja so auch eingeplant.
Das Wetter war heute morgen toll. Es war zwar recht kühl mit ungefähr 8 Grad, aber sonnig und klare Luft. Wir beschlossen, einen großen Spaziergang in Richtung Central Park zu machen. Das war dann auch ganz toll. Uns boten sich mehrfache wundervolle Ausblicke auf die Stadt und auch das Wetter spielte gut mit. Auf dem Rückweg musste Bettina natürlich noch einmal in den Disney Store, der ihr so gut gefiel.

Wir suchten dann noch ein Restaurant in Hotel-Nähe, bei dem wir mittags noch etwas essen konnten. Vorher aber checkten wir im Hotel aus. Das Mittagessen nahmen wir bei „Goodburger“ ein, der angeblich laut mehreren Zeitungsberichten die besten Burger der Stadt machte. Es schmeckte anders als von McDonald oder BurgerKing gewohnt, die Gerichte wurden individueller zubereitet. Uns gefiel es ganz gut.

Um 12:45 wurden wir dann mit dem Bus vom Hotel abgeholt und fuhren Richtung Flughafen. Der weitere Tag verlief ohne besondere Vorkommnisse. Nahezu pünktlich flogen wir in Newark ab und landeten am Mittwochmorgen ziemlich genau um 6 Uhr wieder in Düsseldorf. Im Flugzeug konnten Bettina und ich sogar etwas schlafen, wir hatten uns ja mit Ohrenstöpsel, Augenklappen und Nackenkissen entsprechend vorbereitet.

Morgens waren wir dann dennoch ganz schön müde und geschlaucht. So gegen 9 Uhr kamen wir dann mit dem Mietwagen zu Hause an.


Fazit:
Die New York Reise mit der Marathon-Teilnahme hat gehalten, was wir uns versprochen haben. Sportlich bin ich gut durchgekommen, die Stimmung war phänomenal, einmalig und unvergesslich. Das ganze Drumherum war prima. Bettina und ich sind übereinstimmend der Meinung, dass das Gesamtpaket gepasst hat. Wir sind beide sehr glücklich und zufrieden. Trotz des dichten Programms haben wir alles unternehmen können, was wir uns so vorgenommen hatten und auch noch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht.

Sportlich geht es nun für mich so weiter, dass ich im nächsten Jahr in Düsseldorf und in Berlin den Marathon in Angriff nehmen werde. Dabei versuche ich, die Zeit von 3:20 Std. zu unterbieten, damit ich dadurch die Qualifikation für den Boston-Marathon in 2011 schaffe. Da bin ich mal gespannt, ob das klappt.
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Leixoletti
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BeitragVerfasst am: 08.11.2009, 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Glückwunsch und danke für den Bericht. Obwohl ich noch nie über 30 km rausgekommen bin, bin ich doch in Gedanken mit dir gelaufen, und es war ein sehr emotionales Erlebnis. Irgendwo im Hinterkopf habe ich, dass es da auch einen Halbmarathon gibt - der könnte mich auch mal reizen.
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Im Mai 08 mit dem Laufen begonnen | 10k in 0:53 | HM in 2:06
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Andy67
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BeitragVerfasst am: 08.11.2009, 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mega,

da hast Du mit diesem tollem Bericht ja Deinem Namen alle Ehre gemacht!
Ich kam mir vor, als hätte ich euch die ganze Zeit begleitet. Mir fällt es leicht sich alles bildlich vorzustellen, da ich ja bereits 2mal in New York war, aber eben noch nie beim Marathon.

Danke für den tollen Bericht und Gratulation zur tollen Leistung!

Viele Grüße

Andy
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M-PB beim Einstein-Marathon 2009: 4:27:58h !!!
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Lutz
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BeitragVerfasst am: 08.11.2009, 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Geschockt ein Mega-Bericht von mega68!

Den muss ich erst mal in Ruhe lesen, aber jetzt schon mal Respekt für soviel Text...

Gruß, Lutz
_________________
Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und hat es gemacht!

PB: 10 km - 00:48:21; 15 km - 01:19:21; HM - 01:53:54, M - geplant für 2010
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BeitragVerfasst am: 08.11.2009, 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mega,
Danke! für den tollen Bericht.
Da mußte ich in zwei etappen lesen sonst wär das Essen kalt geworden. Smilie
Gratuliere zu dem tollen Lauferlebnis und zu der spitzen Zeit. Applaus!

Gruß Michael
_________________
Von 0 auf 10 KM in unter 1 h Smilie
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Dirk
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BeitragVerfasst am: 08.11.2009, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Super-Leistung und dem Bericht !!! Ich hatte das Glück, den Marathon in New York selbst mitlaufen zu können (auch mit interAir)... Ich denke, ich kann mir das Schreiben eines Berichtes nun sparen Winken ... Ich hab es ähnlich erlebt -- es war einfach GIGANTISCH MEGA GEIL !!!

Auch der Plan, nächstes Jahr Berlin zu laufen, um die Qualifikationszeit für Boston zu erreichen, kommt mir irgendwie bekannt vor ... Winken

Viele Grüße und nochmals Glückwunsch !

Dirk
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schnellerhase
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BeitragVerfasst am: 08.11.2009, 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Glückwunsch zum Marathonerlebnis und langen Bericht Ausrufezeichen
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Gruß schnellerhase
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HeikeS.
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BeitragVerfasst am: 08.11.2009, 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

Glückwunsch zu der tollen Zeit und danke für den super Bericht. Man hat das Gefühl, dabei gewesen zu sein.

Viel Erfolg für deine weiteren Pläne. Boston ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Viele Grüße
Heike
_________________
- Im Leben gewinnt nicht der Schnellste sondern der mit der meisten Ausdauer Winken -

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15 km 1:33:47 WLS Duisburg 2009
HM 2:16:10 Köln 04.10.09

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Distqueror
grün hinter den Ohren
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BeitragVerfasst am: 09.11.2009, 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für den tollen Bericht. Insbesondere da New York eine meiner Lieblingsstädte ist, konnte ich dank der Beschreibung gedanklich ein wenig mitlaufen. Und natürlich Gratulation zu der Zeit.

Gruß
Thorsten
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BeitragVerfasst am: 09.11.2009, 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für diesen wirklich sensationellen Bericht. Ich musste schon hie und da wirklich schmunzeln. Da sind ja die „Ratze-Berichte“ sozusagen nur Kurznotizen. Winken Auf den Arm nehmen

Ich lese heraus, dass es wirklich ein Klasse-Erlebnis in NY gewesen sein muss. Vielen Dank, dass ich das nacherleben durfte.

Und natürlich

GRATULATION! Da kannste wirklich stolz drauf sein.
_________________
Grüße
Laufsemmel

Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, sind die Dinge schwierig.
Seneca

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